Ursachen von Essstörungen: Viele Faktoren müssen zusammenwirken

Essstörungen können aufgrund einer komplexen Wechselwirkung zwischen biologischen, psychosozialen und soziokulturellen Faktoren entstehen. Auch genetische Ursachen von gestörtem Essverhalten werden mittlerweile angenommen.

So haben beispielsweise Angehörige eines Familienmitgliedes mit Anorexia nervosa (Magersucht) oder Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) ein erhöhtes Risiko, eine Essstörung zu entwickeln. Auch sind Abweichungen in der biologischen Regulation des Hunger- und Sättigungsverhaltens bei Essgestörten vorstellbar.

Medien verbreiten extremes Schlankheitsideal

Die Zunahme von gestörtem Essverhalten liegt sicher auch im vorgegaukelten Schlankheitsideal und dem Versuch vieler Menschen, diesem durch Diäten zu entsprechen. Um Essstörungen vorzubeugen sollte es deshalb das Ziel sein, das extreme gesellschaftliche Schlankheitsideal zu hinterfragen, das Selbstwertgefühl zu stärken, und ein Bewusstsein für ein normales Körpergewicht zu vermitteln.

Essen zur Bewältigung emotionaler Probleme

Essstörungen sind ernste psychosomatische Erkrankungen, die die Betroffenen meist nicht ohne professionelle Hilfe von Ärzten und Beratungsstellen überwinden können. Es geht nur vordergründig um ein abnormes Essverhalten. Deshalb darf sich die Behandlung nicht darauf beschränken, die Symptome zu heilen – zum Beispiel ein normales Körpergewicht zu erreichen oder die Anzahl der Ess- oder Brechanfälle pro Tag zu verringern. Es geht vielmehr darum, Bewältigungsstrategien für den Umgang mit emotionalen Stressoren zu entwickeln, sodass der Betroffene nicht mehr auf zu viel oder zu wenig essen zurückgreifen muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Essstörungen
  • Fichter et al., Praxisleitlinien in Psychiatrie und Psychotherapie, Band 4: Behandlungsleitlinie Essstörungen, Steinkopff Verlag, Darmstadt, 2000
  • Frankfurter Zentrum für Essstörungen
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) Stand: 2007
  • Bundeszentrale für politische Bildung
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