Gestörtes Essverhalten: Orthorexie (Orthorexia nervosa)

Menschen mit Orthorexie (Orthorexia nervosa) sind extrem auf gesunde Lebensmittel fixiert. Oftmals geschieht dies aus dem Wunsch heraus, chronische Erkrankungen zu überwinden, Gewicht zu verlieren, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern oder schlechte Ernährungsgewohnheiten abzulegen.

Im Gegensatz zur „klassischen“ Bulimie oder Magersucht steht hier also nicht die Quantität der Nahrungsmittel im Vordergrund, sondern deren Qualität. Schritt für Schritt werden vermeintlich ungesunde Produkte vom Essensplan gestrichen. Einseitige und gar Mangelernährung können die Folge sein. Gleichzeitig verlieren die Betroffenen durch ihre extreme Fixierung auf gesunde Lebensmittel die Fähigkeit, Mahlzeiten lustvoll zu genießen.

Mit Orthorexie genussfeindlich in die Isolation

Die sozialen Auswirkungen sind weitaus gravierender als die gesundheitlichen: Orthorektiker grübeln ständig über die Beschaffung reiner, gesunder und unbelasteter Lebensmittel nach und zerbrechen sich fortwährend über einen bekömmlichen Speiseplan den Kopf. Ihre Einteilung in „gesund“ und „ungesund“ wird mit der Zeit immer strenger und oft wird auch versucht, das soziale Umfeld zu bekehren. Fatal ist, dass die Betroffenen nicht wahrhaben wollen, dass sie krank sind, sondern meinen, auf dem idealen Weg zu sein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Europäisches Informationszentrum für Lebensmittel: Orthorexia nervosa - wenn gesundes Essen nicht länger gesund ist
  • MediClin: Orthorexie: exzessive Beschäftigung mit gesundem Essen führt häufig zur sozialen Ausgrenzung