Erektionsstörungen: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion, umgangssprachlich: Potenzstörung oder Impotenz) können psychisch und körperlich bedingt sein. Belastungen, Stress oder Konflikte in der Partnerschaft sind häufige Auslöser für eine Impotenz. Da die körperlichen Reaktionen bei sexueller Erregung unwillkürlich ablaufen, kann ein Mann sie kaum durch Willen und Verstand beeinflussen.

Andererseits wirken innere wie äußere Einflüsse und Vorstellungen auf das unwillkürliche vegetative Nervensystem. Hat ein Mann unwillkürliche morgendliche oder nächtliche Erektionen, oder ist die Selbstbefriedigung problemlos möglich, ist eine psychische Ursache für die Erektionsstörungen wahrscheinlich.

Viele Männer reagieren bei Erektionsstörungen enttäuscht und beschämt. Je länger die Impotenz anhält, desto größer wird der Erwartungsdruck. Die Betroffenen entwickeln Versagensängste, was die Erektionsstörungen weiter verstärkt. Durch offene Gespräche in der Partnerschaft und den Abbau von Stress kann man das Problem entschärfen. Viele Betroffene finden auch durch eine kurzzeitige psychologische Beratung wieder zurück zur Normalität. Während Impotenzen mit psychischer Ursache plötzlich auftreten und häufig nur vorübergehend das Sexualleben beeinträchtigen, kommt es bei den körperlich bedingten Störungen in der Regel allmählich und anhaltend zum Verlust der Erektionsfähigkeit.

Mögliche Ursachen für körperlich bedingte Erektionsstörungen sind:

  • Einnahme bestimmter Medikamente (beispielsweise Mittel gegen Bluthochdruck, Blutfettsenker, Psychopharmaka)
  • Übermäßiger Verzehr von Alkohol und/oder Nikotin
  • Zustand nach einer Prostataoperation

Impotenz: Körper und Psyche beeinflussen sich gegenseitig

Meist liegen einer Impotenz mehrere Ursachen zugrunde. Früher hat man eine striktere Einteilung zwischen organisch bedingten und psychosomatischen Ursachen getroffen. Heute geht man davon aus, dass sich die Auslöser gegenseitig bedingen und beeinflussen. Sind beispielsweise Krankheiten oder Alterungsprozesse Ursachen für die Impotenz, kann dies Versagensängste und depressive Verstimmungen zur Folge haben, die die Impotenz verstärken. Große psychische Belastungen verschlechtern ihrerseits oft die organische Krankheit, beispielsweise die Stoffwechsellage oder das vegetative Nervensystem, das maßgeblich an der Regulierung der Durchblutung beteiligt ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.09.2012
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Sexualstörungen aus I. Füsgen: Der ältere Patient, Urban
  • K. von Sydow: Die Lust auf Liebe bei älteren Menschen, Verlag Ernst Reinhardt 1994
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