Erektionsstörungen: Manchmal hilft eine Psychotherapie

Wenn die Erektionsstörungen – auch erektile Dysfunktion, Potenzstörungen oder Impotenz genannt – hauptsächlich psychische Ursachen haben, empfiehlt es sich, eine Psychotherapie zu machen oder die Hilfe von Sexualtherapeuten in Anspruch zu nehmen, die mit dieser Thematik vertraut sind. Oft ist bei Impotenz auch eine Partnertherapie sinnvoll.

Eine Psychotherapie kann auch unterstützend wirken, wenn die Erektionsstörungen in erster Linie organisch bedingt sind: Schließlich besteht oft eine Wechselwirkung zwischen organischen und psychischen Ursachen.

Paartherapie kann bei Impotenz helfen

Vielen Paaren hilft bei Erektionsstörungen eine 30 bis 35 Sitzungen umfassende Partnertherapie. Gerade bei älteren Paaren gibt es immer noch eine hohe Hemmschwelle, eine partnerschaftliche Sexualtherapie zu beginnen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Erfolgsaussichten einer solchen Therapie bei Impotenz zwischen 56 und 79 Prozent liegen.

Ein Beispiel ist die Therapie nach Masters und Johnson, bei der die Partner üben, sich entspannt zu berühren und über ihre Empfindungen offener und detaillierter miteinander zu sprechen. Zunächst ist nur Streicheln erlaubt, wobei Sexualbereiche ausgespart bleiben. In der letzten Phase der Therapie ist dann die Penetration erlaubt. In vielen Fällen ist es sinnvoll, bei der Behandlung von Impotenz eine medikamentöse Therapie mit einer Paartherapie zu kombinieren.

In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene austauschen

Hilfreich sind auch Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene austauschen können. Die entsprechenden Fachärzte wie Urologen oder Andrologen können meist an Therapeuten oder auf diese Thematik spezialisierte Zentren vermitteln.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.05.2017
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Sexualstörungen aus I. Füsgen: Der ältere Patient, Urban
  • K. von Sydow: Die Lust auf Liebe bei älteren Menschen, Verlag Ernst Reinhardt 1994
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-112l_S1_Erektilen_Dysfunktion_Diagnostik_Therapie_2015-01-verlaengert_01.pdf)
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