Therapie mit Spritze und Pumpe bei Erektionsstörungen

Bevor neuartige Medikamente wie Sildenafil auf den Markt kamen, mussten Männer mit Erektionsstörungen – auch erektile Dysfunktion, Potenzstörung oder Impotenz genannt – häufig auf Spritze oder Pumpe zurückgreifen. Diese Methoden mit Spritze oder Pumpe sind insgesamt betrachtet weniger zuverlässig als die medikamentöse Therapie von Impotenz – zudem sind sie komplizierter in der Handhabung und oft weniger diskret. 

Bei der sogenannten SKAT-Therapie (Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie) gibt der Mann mithilfe einer Spritze einen Wirkstoff direkt in die Schwellkörper des Penis. Die Erektion tritt ungefähr zehn Minuten nach der Behandlung ein. Als Medikament gegen die Impotenz wird meistens ein Prostaglandin E1 – das sogenannte Alprostadil – mit der Spritze injiziert.

Der gleiche Wirkstoff kann auch als Minitablette mit Einführungsinstrument in die Harnröhre geschoben werden. Die Wirkung tritt nach etwa 20 Minuten ein und ist nicht so stark. Man spricht bei dieser Methode von MUSE (Medicated Urethral System for Erection). Bei dieser Therapie gegen Impotenz treten jedoch auch recht häufig Schmerzen im Penis auf.

Vakuumpumpe wird mit Penisring kombiniert

Eine Vakuumerektionshilfe (auch Vakuumpumpe genannt) wirkt – wie der Name schon andeutet – durch einen erzeugten Unterdruck. Dabei wird der Penis in einen durchsichtigen Plastikzylinder gesteckt und dann wird mit einer kleinen Handpumpe oder Elektropumpe ein Unterdruck erzeugt. So fließt Blut in die Schwellkörper und der Penis kann sich aufrichten. Sobald der Penis ausreichend steif ist, wird ein Penisring um die Peniswurzel gelegt, um den Rückfluss des Bluts aus den Schwellkörpern zu verhindern. Ein solcher Penisring kann auch dann angewendet werden, wenn die Erektion anfänglich noch ausreichend möglich ist, dann aber nicht gehalten werden kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.05.2017
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: I. Füsgen: Sexualstörungen aus I. Füsgen: Der ältere Patient, Urban
  • K. von Sydow: Die Lust auf Liebe bei älteren Menschen, Verlag Ernst Reinhardt 1994
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-112l_S1_Erektilen_Dysfunktion_Diagnostik_Therapie_2015-01-verlaengert_01.pdf)
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