Therapie bei Epilepsie: Operation und Vagusstimulation

In einigen Fällen führt eine medikamentöse Therapie bei Epilepsie nicht zu einer Besserung der Symptome oder zu Anfallsfreiheit. Dann kann eventuell eine Operation helfen. Ist auch ein Eingriff nicht durchführbar, besteht die Möglichkeit der Vagusstimulation.

Operation bei Epilepsie

Die Voraussetzung für eine Operation bei Epilepsie ist: Es muss sich um eine fokale Epilepsie handeln. Nur bei fokalen Anfällen kann der Ursprungsort der epileptischen Anfälle im Gehirn identifiziert und eingegrenzt werden. Dieses Hirngewebe wird dann in der Operation entfernt. Eine weitere Voraussetzung ist deshalb, dass der entsprechende Bereich des Gehirns tatsächlich gefahrlos entfernt werden kann.

In 50 bis 80 Prozent der Fälle bewirkt ein solcher Eingriff, dass sowohl die Anfallshäufigkeit als auch die Anfallsheftigkeit sich deutlich verringern – auch bei Menschen mit schwerer Epilepsie. Zum Teil kann sogar Anfallsfreiheit erreicht werden.

Vagusstimulation bei Epilepsie

In Fällen, in denen weder Medikamente die Symptome der Epilepsie lindern, noch eine Operation durchgeführt werden kann, weil sie zu riskant wäre, besteht die Möglichkeit der Vagusstimulation. Dabei wird ein Gerät, das einem Herzschrittmacher ähnelt, unter die Haut am Hals implantiert. Es stimuliert einen Hirnnerv – den Nervus Vagus – elektrisch und kann auf diese Weise fokale Anfälle reduzieren.

Bei der Vagusstimulation sind keine ernsten Komplikationen zu erwarten. Einige Betroffene berichten nach der Implantation jedoch über chronische Heiserkeit und Halsschmerzen. Zur Unterstützung der Vagusstimulation muss der Patient täglich Medikamente einnehmen, die jedoch möglichst niedrig dosiert werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2017
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Erster Epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2008)
  • Epilepsie-Netz (www.epilepsie-netz.de)
  • Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (www.izepilepsie.de/home/index,id,563.html)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neruologie: Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2017/PDFs_Download/030041_LL_Erster-epileptischer-Anfall_2017.pdf)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Status epilepticus im Ersachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_02_2012_status_epilepticus_im_erwachsenenalter.pdf)
  • Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung Epileptologie – Epilepsiezentrum: Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen (https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/sektion-fuer-epilepsiediagnostik-im-kindes-und-jugendalter/epilepsie-bei-kindern.html)
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