Therapie bei Epilepsie

In der Regel muss Epilepsie behandelt werden. Denn ohne Therapie können auch bei einem zunächst milden Verlauf immer häufiger immer schwerere epileptische Anfälle auftreten. Zudem ist ein Anfall immer mit Risiken verbunden – beispielsweise durch Stürze.

Nur in sehr seltenen Fällen ist es möglich, auf eine Therapie zu verzichten. Das ist dann der Fall, wenn weniger als zweimal pro Jahr ein Anfall auftritt, der vom Betroffenen nicht als sehr störend empfunden wird, und nicht zu erwarten ist, dass sich die Symptome verschlimmern.

Ziel einer jeden Therapie bei Epilepsie ist es, epileptische Anfälle zu vermeiden oder zumindest die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Der behandelnde Neurologe wird zu einer Therapie raten, wenn innerhalb eines Jahres mindestens zwei epileptische Anfälle aufgetreten sind und/oder wenn mithilfe eines EEGs eine erhöhte Krampfbereitschaft nachgewiesen werden konnte.

Mögliche Therapien bei Epilepsie

Am häufigsten kommen Medikamente – sogenannte Antikonvulsiva – zum Einsatz, um Epilepsie zu behandeln. Diese Arzneimittel setzen die Anfallsbereitschaft herab und können Anfälle oft sogar komplett verhindern. Viele Epileptiker leben mithilfe von Antikonvulsiva anfallsfrei.

Bei einigen Patienten helfen antikonvulsiv wirkende Medikamente jedoch nicht. Eventuell kommt für die Betroffenen eine Operation infrage, bei der der Hirnbereich, von dem die Epilepsie ausgeht, entfernt wird. Ist ein solcher Eingriff zu gefährlich, können die epileptischen Anfälle möglicherweise mit einer sogenannten Vagusstimulation reduziert werden. Dabei wird dem Patienten ein Gerät implantiert, das einem Herzschrittmacher ähnelt.

Vor allem bei Epilepsien im Kindes- und Jugendalter ist eine weitere Therapie möglich: Die ketogene Diät. Mit dieser Spezialdiät, die nur unter Aufsicht eines erfahrenen Neurologen durchgeführt werden darf, lassen sich Anfallshäufigkeit und -heftigkeit bei vielen Kindern reduzieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2017
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Erster Epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2008)
  • Epilepsie-Netz (www.epilepsie-netz.de)
  • Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (www.izepilepsie.de/home/index,id,563.html)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neruologie: Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2017/PDFs_Download/030041_LL_Erster-epileptischer-Anfall_2017.pdf)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Status epilepticus im Ersachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_02_2012_status_epilepticus_im_erwachsenenalter.pdf)
  • Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung Epileptologie – Epilepsiezentrum: Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen (https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/sektion-fuer-epilepsiediagnostik-im-kindes-und-jugendalter/epilepsie-bei-kindern.html)
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