Symptome bei Epilepsie

Ohnmacht und Muskelzuckungen: Das sind die Symptome, an die die meisten Menschen denken, wenn von Epilepsie die Rede ist. Epilepsie ist jedoch eine Erkrankung, die viele verschiedene Formen aufweist und damit auch viele verschiedene Symptome verursachen kann.

Symptome fokaler Anfälle

Einfach fokale Anfälle gehen jeweils von einer bestimmten Hirnregion aus. Von der betroffenen Hirnregion hängt ab, welche Symptome auftreten. Ist beispielsweise die rechte Gehirnhälfte betroffen, so kommt es meist zu Zuckungen der linken Gliedmaßen. Findet der Anfall in der linken Gehirnhälfte statt, so zucken vor allem die rechten Gliedmaßen. Es kann jedoch auch sein, dass das Sehen von Lichtblitzen oder Farben als Symptom auftritt. Dann ist wahrscheinlich die Sehrinde betroffen. Weitere Beschwerden, die bei fokalen Anfällen auftreten können, sind:
  • Schwindel
  • das Hören von Melodien oder Stimmen
  • körperliche Symptome wie Herzklopfen oder ein Druck im Bauchraum
  • Angst
Neben einfach fokalen Anfällen gibt es auch komplex fokale Anfälle. Sie beginnen meist wie die einfach fokalen Anfälle. Dann kommen weitere Anzeichen hinzu wie:
  • Benommenheit oder Bewusstlosigkeit
  • Automatismen: das Wiederholen der immer gleichen Bewegung, Handlung oder des immer gleichen Wortes
  • Erinnerungslücken nach dem Anfall

Symptome generalisierter Anfälle

Generalisierte Anfälle gehen nicht von einem Hirnareal, sondern vom ganzen Gehirn aus. Bei allen generalisierten Anfällen ist das Bewusstsein des Betroffenen deutlich getrübt – bis hin zur tiefen Bewusstlosigkeit. Die weiteren Symptome unterscheiden sich bei den verschiedenen Formen der generalisierten Anfälle.

Tonisch-klonische Anfälle entsprechen am ehesten dem, was man sich unter Epilepsie vorstellt. Die Symptome dieser Form der Epilepsie treten meist in einer ganz bestimmten Reihenfolge auf. Der Betroffene wird aus heiterem Himmel bewusstlos und stürzt mit gestrecktem Körper auf den Boden. Der gesamte Körper versteift sich für einige Sekunden. Im Anschluss fängt der Betroffene an zu zucken – vor allem mit dem Kopf, den Armen und den Beinen.

Die Atmung setzt zu Beginn des Anfalls aus, was dazu führt, dass der Patient blass wird und blau anläuft. Später setzt die Atmung vertieft und schwer wieder ein. Schwitzen und vermehrter Speichelfluss sind weitere Symptome eines tonisch-klonischen Anfalls. Meist folgt ein Nachschlaf auf den Anfall, der mehrere Stunden dauern kann. Beim Aufwachen haben die Betroffenen Muskelkater und können sich an den Anfall nicht erinnern.

Bei Absencen, einer weiteren Form der generalisierten Anfälle, kann es zu folgenden Symptomen kommen:
  • Unterbrechen der Tätigkeit für einige Sekunden
  • ins Leere stieren
  • rhythmische Zuckungen
  • kurzes Nachlassen der Muskelspannung
  • Automatismen
  • Erinnerungslücken nach dem Anfall
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2017
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Erster Epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2008)
  • Epilepsie-Netz (www.epilepsie-netz.de)
  • Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (www.izepilepsie.de/home/index,id,563.html)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neruologie: Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2017/PDFs_Download/030041_LL_Erster-epileptischer-Anfall_2017.pdf)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Status epilepticus im Ersachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_02_2012_status_epilepticus_im_erwachsenenalter.pdf)
  • Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung Epileptologie – Epilepsiezentrum: Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen (https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/sektion-fuer-epilepsiediagnostik-im-kindes-und-jugendalter/epilepsie-bei-kindern.html)
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