Formen von Epilepsien

Bei einem epileptischen Anfall denken die meisten Menschen an Ohnmacht und Krämpfe. Diese Symptome kommen auch häufig vor. Jedoch gibt es viele unterschiedliche Formen der Epilepsie, die sich unterschiedlich äußern.

Das liegt vor allem am Hirnabschnitt, von dem der Anfall ausgeht. Bei einem gesunden Menschen arbeiten die etwa 20 Millionen Nervenzellen im Gehirn reibungslos zusammen. Bei Menschen mit Epilepsie ist das nicht der Fall. Hin und wieder ist das Zusammenspiel von elektrischen und chemischen Signalen zwischen den Nervenzellen gestört. Die Nervenzellen geben dann unkontrolliert Impulse ab. Treten diese ungewöhnlichen Entladungen in bestimmten Hirnabschnitten auf und breiten sich dann über die benachbarten Bereiche aus, so spricht man von fokalen Anfällen.

Geben die Nervenzellen nicht nur in einem bestimmten Areal des Gehirns unkontrolliert Impulse ab, sondern zur gleichen Zeit im gesamten Gehirn, so entsteht eine andere Form der Epilepsie: der generalisierte Anfall.

Epilepsien: verschiedene Formen

Eine klare Einteilung der Epilepsien in verschiedene Formen ist sehr schwierig. Denn es kommen viele unterschiedliche Ursachen infrage, eine Vielzahl an Symptomen kann auftreten und viele Betroffene und ihre Erkrankung lassen sich nicht in eine Klassifikation einordnen.

Zu den generalisierten Anfällen gehören motorische und nicht motorische Anfälle. Bei den motorischen Anfällen gibt es eine weitere Unterteilung in:
  • tonisch-klonische Anfälle
  • klonische Anfälle
  • tonische Anfälle
  • myoklonisch-tonisch-klonische Anfälle
  • myoklonisch-atonische Anfälle
  • atonisch Anfälle
  • epileptische Spasmen

Bei den nicht-motorischen Anfällen handelt es sich meist um sogenannte Absencen, die typisch, atypisch oder myoklonisch verlaufen können. Auch die Augenlidmyoklonien zählen dazu.

Die fokalen Anfälle sind je nach Erhalt des Bewusstseins weiter unterteilt in Anfälle mit motorischen und nicht-motorischen Symptomen. Außerdem lassen sich noch Anfälle mit unklarem Beginn sowie unklassifizierbare Anfälle beobachten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2017
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Erster Epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2008)
  • Epilepsie-Netz (www.epilepsie-netz.de)
  • Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (www.izepilepsie.de/home/index,id,563.html)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neruologie: Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2017/PDFs_Download/030041_LL_Erster-epileptischer-Anfall_2017.pdf)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Status epilepticus im Ersachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_02_2012_status_epilepticus_im_erwachsenenalter.pdf)
  • Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung Epileptologie – Epilepsiezentrum: Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen (https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/sektion-fuer-epilepsiediagnostik-im-kindes-und-jugendalter/epilepsie-bei-kindern.html)
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