Diagnostik bei Epilepsie: Wenn eine Operation geplant ist

In manchen Fällen bringt eine medikamentöse Therapie bei Epilepsie nicht die gewünschte Wirkung. Dann kann eventuell eine Operation helfen. Vor einem solchen Eingriff müssen jedoch weitere Diagnoseverfahren eingesetzt werden, um die Operation genau planen zu können.

Intrakranielles EEG

Mit einer herkömmlichen Elektroenzephalografie (EEG) können nur die oberflächlichen Hirnströme gemessen werden. Zur Operationsvorbereitung und um Anfälle in tieferen Hirnregionen abklären zu können, ist ein intrakranielles EEG nötig. Dabei werden die Elektroden nicht auf der Kopfhaut, sondern in einem kleinen operativen Eingriff direkt auf der Gehirnoberfläche angebracht. Mit einem intrakraniellen EEG lassen sich sehr genaue Ergebnisse erzielen.

Positronen-Emissions-Tomografie (PET)

Ebenfalls zur Planung der Epilepsiechirurgie eingesetzt wird die Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Diese Untersuchung ist sehr aufwendig und gehört deshalb nicht zur Routinediagnostik bei Epilepsie. Mit der Positronen-Emissions-Tomografie können Stoffwechselvorgänge im Gehirn und die Hirndurchblutung dreidimensional dargestellt werden. Dazu spritzt der Arzt dem Patienten radioaktiv markiertes Material in eine Armvene. Nach einigen Stunden hat sich das Material verteilt und kann mit einer PET-Kamera aufgenommen werden. Die Verteilung im Gehirn lässt auf Stoffwechselvorgänge schließen.

Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT)

Die Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) ist eine Untersuchung, die der PET gleicht. Sie ist weniger aufwendig, aber nicht so genau wie die PET. Inzwischen wird die SPECT auch von niedergelassenen Neurologen angeboten.

Magnetenzephalografie (MEG)

Eine Magnetenzephalografie (MEG) misst kleinste Magnetfelder und zeichnet sie in 3D auf. Fokale Herde im Gehirn können so aufgespürt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2017
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Erster Epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2008)
  • Epilepsie-Netz (www.epilepsie-netz.de)
  • Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (www.izepilepsie.de/home/index,id,563.html)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neruologie: Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2017/PDFs_Download/030041_LL_Erster-epileptischer-Anfall_2017.pdf)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Status epilepticus im Ersachsenenalter (https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_02_2012_status_epilepticus_im_erwachsenenalter.pdf)
  • Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung Epileptologie – Epilepsiezentrum: Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen (https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/sektion-fuer-epilepsiediagnostik-im-kindes-und-jugendalter/epilepsie-bei-kindern.html)
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