Durchfall: Viele Ursachen kommen in Frage

Am häufigsten treten Durchfälle durch Infektionen mit Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren auf. Doch auch viele weitere Ursachen kommen in Frage, wenn Sie unter Diarrhoe leiden:

Mögliche Ursachen für Durchfall:

  • Angst, Stress und Nervosität: Viele Menschen reagieren bei Aufregung wie vor einer Prüfung oder einem Vortrag mit Durchfall. Auch Angst, etwa vor einer Flugreise, oder Stress in der Familie oder im Beruf können den Darm durcheinander bringen.
  • Bestimmte Medikamente: Antibiotika, Antazida, Diuretika, Zytostatika und Mittel zur Gewichtsreduktion können Durchfälle auslösen. Viele Antibiotika stören die normale Keimbesiedlung im Darm. Die Darmbeschwerden klingt aber normalerweise nach dem Ende der Antibiotika-Behandlung ab. Außerdem tritt Durchfall oft während einer Chemotherapie auf, weil die Zytostatika die empfindlichen Schleimhautzellen im Darm angreifen. In diesen Fällen sollten Sie sich mit dem behandelnden Arzt beraten.
  • Nahrungsmittelvergiftung: Verdorbene Lebensmittel können schwere Durchfälle auslösen. Ursache sind dabei meist Giftstoffe aus Bakterien, wie beispielsweise Clostridium difficile oder E. coli. Die ersten Symptome treten spätestens sechs Stunden nach dem Verzehr auf. Weitere Krankheitszeichen wie Erbrechen, Übelkeit und Krämpfe können hinzukommen. Achten Sie bei Lebensmitteln auf das Haltbarkeitsdatum und garen Sie Fleisch und Fisch im Zweifel gut durch.
  • Parasiten: Parasiten wie Würmer oder einzellige Lebewesen (Protozoen) können ebenfalls Ursache für Diarrhoe sein. Die Amöbenruhr ist beispielsweise eine Protozoenerkrankung, die mit wässrigen oder blutigen Durchfällen und Fieber einhergeht.
  • Reisedurchfall: Durchfall auf Reisen kann unterschiedliche Ursachen haben. Sie können sich schützen, indem Sie Getränke nur aus industriell gefüllten Flaschen und Dosen zu sich nehmen. Verzichten Sie dabei auf Eiswürfel. Essen sollten Sie nur durchgegarte oder durchgebratene Speisen und (selbst) geschälte Früchte. Verzichten Sie auf Salat und Eis. Auch der Verzehr von kleinen Portionen vermindert das Erkrankungsrisiko, da die Magensäure weniger verdünnt wird und dadurch Keime besser abtöten kann.
  • Reizdarm: Ein Reizdarm oder ein nervöser Darm geht mit Symptomen wie Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Bauchkrämpfen und Verstopfung einher. Die Symptome treten im Wechsel auf, ohne dass eine spezielle Ursache bekannt ist.
  • Typhus, Paratyphus-, Cholera-, Ruhrerreger: In Europa kommen solche Infektionen normalerweise nicht vor. Häufig werden sie nach Fernreisen eingeschleppt. Auslöser sind bei allen vier Erkrankungen bestimmte Bakterien. Die Erreger für Typhus und Paratyphus gehören zur Familie der Salmonellen.
  • Übermäßiger Alkoholgenuss
  • Übermäßiges Essen von Diätzucker wie Sorbit oder Mannit: Man findet diese Süßungsmittel in zuckerfreien Kaugummis oder sonstigen zuckerfreien Bonbons. Auch sie können bei übermäßigem Konsum Ursache für Diarrhoe sein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.05.2012
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Laktose-Intoleranz - Ein fast normales Defizit, PTAheute, 06/2007
  • Reisedurchfall vermeiden, PTAheute 07/2006
  • Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V., www.dzg-online.de
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