Salmonellen-Infektion: Tückischer Sommer-Durchfall durch Eis und Grillhähnchen

Salmonellen sind Bakterien, die nach ihrem Entdecker, dem amerikanischen Wissenschaftler David Salmon benannt wurden. Die kleinen Keime wirken oft verheerend: Sie können beim Menschen eine Enteritis (Darmentzündung) auslösen, die mit Durchfall einhergeht.

Solche Salmonellosen, wie der Arzt diese Durchfallerkrankungen auch nennt, treten besonders in den Sommermonaten auf. Andere Erreger aus der Gattung der Salmonellen verursachen schwere Allgemeininfektionen wie Typhus und Paratyphus, die bei uns aber selten vorkommen.

Überleben im Kühlschrank: Salmonellen sind widerstandsfähig

Anders als das Norovirus, das von Mensch zu Mensch übertragen wird, nehmen wir Salmonellen fast ausschließlich mit der Nahrung auf. Die winzigen Erreger finden sich besonders auf Lebensmitteln von Geflügel, Rind oder Schwein. Dabei müssen die Tiere, von denen das Fleisch oder die Eier stammen, selbst gar nicht erkrankt gewesen sein. Die widerstandsfähigen Bakterien vermehren sich schon ab sechs bis acht Grad Celsius – und umso schneller, je wärmer es wird.

Tückischerweise sterben die Salmonellen auch beim Einfrieren von Speisen nicht ab. Nur das gründliche Durchgaren mit Temperaturen über 70 Grad Celsius für mindestens zehn Minuten bietet einen sicheren Schutz vor einer Infektion. Besonders gefährlich sind schlecht gekühlte oder zu lange gelagerte Eierspeisen wie Cremes und Mayonnaisen, aber auch Speiseeis. Dort finden die Erreger nahezu ideale Wachstumsbedingungen, sodass es beim sommerlichen Genuss leicht passiert, dass wir Zehntausende der fürs bloße Auge unsichtbaren Salmonellen verschlucken.

Säuglinge und alte Menschen sind besonders gefährdet

Ein sonst gesunder Erwachsener infiziert sich erst, wenn er mehrere Zehntausend bis zu einer Million Erreger aufgenommen hat, von denen ein großer Teil im Magen durch die Säure unschädlich gemacht wird. Anders ist es bei Säuglingen, kleinen Kindern, alten Menschen oder abwehrgeschwächten Personen: Bei ihnen reichen manchmal schon 100 Salmonellen für eine Infektion aus.

Salmonellen werden manchmal monatelang ausgeschieden

Nach wenigen Stunden bis maximal drei Tagen setzen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhoe), begleitet von heftigen Bauchschmerzen, manchmal auch Fieber und Schüttelfrost ein. Die Erkrankten sind kraftlos und müde, kranke Kinder bleiben freiwillig im Bett und schlafen viel. Nach einigen Stunden bis wenigen Tagen ist der Infekt dann vorbei. Das heißt, bei leichteren Fällen findet eine Spontanheilung statt. Allerdings kann es noch eine Zeit dauern, bis man sich vollständig erholt hat.

In seltenen Fällen kann es zu septischen Absiedlungen mit Entzündungen anderer Organe wie Hirnhäuten, Herzklappen und- beutel sowie Lunge und Nieren kommen. Todesfälle kommen selten und meistens nur bei älteren oder abwehrgeschwächten Personen vor.

Im Stuhl von Personen, die eine Salmonellose hatten, können sich noch bis zu einem halben Jahr später Salmonellen nachweisen lassen, selten sogar noch länger. Salmonellosen gehören zu den meldepflichtigen Krankheiten, wenn Personen betroffen sind, die im Lebensmittelbereich arbeiten oder wenn es Anzeichen für eine epidemische Ausbreitung gibt. Personen, die nach einer Erkrankung noch weiterhin Salmonellen ausscheiden, dürfen keine Tätigkeit ausüben, in der sie mit Lebensmitteln in Kontakt kommen (zum Beispiel Konditor oder Koch).

Gefahr durch Verlust von Wasser und Salzen

Vorsicht: Starker Durchfall und Erbrechen entziehen dem Körper enorm viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. Gerade bei kleinen Kindern und alten Menschen besteht die Gefahr, dass ihr Körper austrocknet. Deshalb ist es wichtig, mineralstoffhaltige Lösungen in ausreichender Menge zu geben. Kinder und ältere Patienten sollten zudem gegebenenfalls in einer Klinik behandelt werden, wo eine Infusionstherapie und – falls erforderlich – auch eine Antibiotikagabe durchgeführt wird.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Noroviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand März 2007
  • Robert Koch-Institut: Rotaviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand Juni 2007
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2/2007
  • Robert Koch-Institut: Salmonellose. Merkblatt für Ärzte. Stand Dezember 2002
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
  • Innere Medizin. G. Herold (Hrsg), 2011, Eigenverlag
  • Antibiotika-Therapie. W.Stille (Hrsg), 11. Aufl. 2006, Schattauer, Stuttgart, S. 523
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