Clostridium difficile: Gefährlicher Durchfall nach Antibiotika-Therapie

Neben den verbreiteten Norovirus- oder Salmonellen-Infektionen gibt es einen anderen Erreger, der regelmäßig schweren Durchfall verursacht: Clostridium difficile, ein widerstandsfähiger Darmkeim. Clostridien vermehren sich immer dann besonders rasant, wenn die normale Darmflora durch Antibiotika geschwächt ist.

Frau sitzt auf der Toilette © Thinkstock
Magen-Darm-Beschwerden während einer Therapie mit Antibiotika sind nicht ungewöhnlich, gehen aber meist vorüber, sobald das Medikament nicht mehr genommen wird. Ein Clostridien-Durchfall dagegen kann noch mehrere Wochen nach dem Ende einer Antibiotikagabe auftreten. In der Regel beginnt er jedoch vier bis neun Tage nachdem mit der Antibiotikaeinnahme begonnen wurde.

Antibiotika und weitere Risikofaktoren

Neben dem größten Risikofaktor – der Einnahme von Antibiotika – gibt es noch weitere Risikofaktoren für eine Infektion mit Clostridien: zum Beispiel die Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) oder Zytostatika, hohes Alter (über 65 Jahre), operative Eingriffe, längere Krankenhausaufenthalte, Chemotherapie oder eine Immunschwäche. Der Erreger Clostridium difficile überträgt sich bei direktem Kontakt mit einer infizierten Person – zum Beispiel über die Hände – oder über kontaminierte Gegenstände wie Türklinken, Handläufe oder Toiletten. Besonders häufig sind Krankenhauspatienten von Clostridien-Infektionen betroffen.

Clostridien-Gifte greifen die Darmschleimhaut an

Kommt es während einer Behandlung mit Antibiotika zu schweren Durchfällen, liegt der Verdacht nahe, dass Clostridien beteiligt sind. Ihre Gifte greifen die Darmschleimhaut an und führen zu schweren Entzündungen mit wässrigem Durchfall, der plötzlich einsetzt. Der Durchfall hat einen typisch fauligen Geruch und kann auch Blut enthalten. Als weitere Symptome können Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber auftreten.

Stuhluntersuchung im Labor bringt Klarheit

Ein starker Durchfall, der nach der Einnahme von Antibiotika nicht aufhört, ist also immer ein ernstes Alarmzeichen. Gehen Sie damit unverzüglich zum Arzt. Eine Laboruntersuchung des Stuhls gibt Aufschluss darüber, ob tatsächlich Clostridien die Beschwerden verursachen. Zum Beispiel lassen sich mithilfe eines Schnelltests die Clostridien-Gifte im Stuhl nachweisen. In manchen Fällen ist eine sichere Diagnose auch erst nach der Anzucht der Clostridien-Bakterien aus dem Stuhl des Patienten möglich.

Clostridien müssen gezielt bekämpft werden

Wurden Clostridien als Durchfall-Ursache nachgewiesen, müssen sofort andere Antibiotika eingesetzt werden, die zuverlässig gegen die gefährlichen Bakterien wirken. Manchmal dauert die Durchfall-Behandlung dann viel länger als die ursprüngliche Antibiotikagabe.

Was bei einer Clostridien-Infektion zu beachten ist

Wenn Sie an einer Clostridien-Infektion leiden, können Sie selbst einiges dafür tun, um Ihre Mitmenschen nicht anzustecken:
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und benutzen Sie zum Abtrocknen immer Ihr eigenes Handtuch.
  • Benutzen Sie – wenn möglich – eine eigene Toilette.
  • Wechseln Sie Ihre Bettwäsche und Handtücher häufig und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad Celsius – immer separat von der Wäsche anderer Familienmitglieder.
  • Reinigen Sie Flächen und Gegenstände wie Türklinken und Toiletten mit Ihren normalen Reinigungsmitteln – jedoch öfter als sonst.
  • Bereiten Sie kein Essen für andere zu.
  • Nutzen Sie beim Spülen des Geschirrs das heißeste Spülmaschinenprogramm – mindestens 60 Grad Celsius.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Noroviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand März 2007
  • Robert Koch-Institut: Rotaviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand Juni 2007
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2/2007
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES): Prävention und Kontrolle von Clostridium difficile (http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/durchfall/ursachen-risikofaktoren/clostridien-infektion)
  • Universitätsklinikum Heidelberg: Clostridium difficile (http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/inst_hygiene/med_mikrobiologie/download/MB-Clostridium-difficile.pdf)
  • Leitlinie zur Hygiene in Klinik und Praxis: Hygienemaßnahmen bei Vorkommen von Clostridium difficile (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/029-040l_S1_Hygienemassnahmen_bei_Clostridium_difficile.pdf)
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: CDAD-FAQ: Fragen und Antworten (http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/lare/faq/lare_faq_cdad.htm#allgemein1)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Clostridium difficile (http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/clostridium-difficile/)
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