Clostridium difficile: Gefährlicher Durchfall nach Antibiotika-Therapie

Neben den verbreiteten Norovirus- oder Salmonellen-Infektionen gibt es einen anderen Erreger, der regelmäßig schweren Durchfall verursacht: Clostridium difficile. Der widerstandsfähige Darmkeim vermehrt sich immer dann besonders rasant, wenn die normale Darmflora durch Antibiotika geschwächt ist.

Frau sitzt auf der Toilette © Thinkstock
Magen-Darm-Beschwerden während einer Therapie mit Antibiotika sind nicht ungewöhnlich, gehen aber meist vorüber, sobald das Medikament nicht mehr genommen wird. Ein Clostridien-Durchfall dagegen kann noch mehrere Wochen nach dem Ende einer Antibiotikagabe auftreten.

Clostridien-Gifte greifen die Darmschleimhaut an

Kommt es während einer Behandlung mit Antibiotika zu schweren Durchfällen, liegt der Verdacht nahe, dass Clostridien beteiligt sind. Ihre Gifte greifen die Darmschleimhaut an und führen zu schweren Entzündungen.

Stuhluntersuchung im Labor bringt Klarheit

Ein starker, nach dem Ende der Antibiotikagabe nicht enden wollender Durchfall ist also immer ein ernstes Alarmzeichen. Gehen Sie damit unverzüglich zum Arzt. Eine Laboruntersuchung des Stuhls gibt Aufschluss darüber, ob tatsächlich Clostridien die Beschwerden verursachen.

Clostridien müssen gezielt bekämpft werden

Wurden Clostridien als Durchfall-Ursache nachgewiesen, müssen sofort andere Antibiotika eingesetzt werden, die zuverlässig gegen die gefährlichen Bakterien wirken. Manchmal dauert die Durchfall-Behandlung dann viel länger als die ursprüngliche Antibiotikagabe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Noroviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand März 2007
  • Robert Koch-Institut: Rotaviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand Juni 2007
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2/2007
  • Robert Koch-Institut: Salmonellose. Merkblatt für Ärzte. Stand Dezember 2002
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
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