Campylobacter-Infektion: Durchfall durch Hühnerfleisch und Rohmilch

Zahlreiche Durchfälle im Sommer gehen auf das Konto eines Bakteriums namens Campylobacter. Neben Salmonellen sind Campylobacter die häufigste Ursache einer sommerlichen Magen-Darm-Grippe. Besonders Kinder unter sechs Jahren erkranken an dieser Art von Durchfall, aber auch junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren erwischt es oft.

Vorsicht vor Campylobacter in Grillfleisch vom Huhn

Salmonellen und Campylobacter werden beide durch Lebensmittel oder Trinkwasser in den Körper aufgenommen. Doch im Unterschied zu Salmonellen können sich Campylobacter-Keime nicht auf der Nahrung vermehren. Trotzdem ist der Erreger tückisch: Er kommt massenhaft in Geflügelmastanlagen vor und vermehrt sich dort besonders schnell, wenn der Frühling zu Ende geht und der Sommer kommt.

Dann ist bekanntlich auch Hochsaison für Grillpartys. Sind gegrillte Hühnerschenkel allerdings nicht ausreichend gegart, werden die Gäste das Fest wahrscheinlich in schlechter Erinnerung behalten, weil sie wenige Tage später schlimmer Durchfall (Diarrhoe) plagt. Aber Hühnerfleisch ist nicht die einzige Quelle für eine Infektion, auch Rohmilch, direkt am Bauernhof gekauft und ungekocht getrunken, kann zu Campylobacter-Durchfall führen.

„Entenbrust rosa“: ein gefährlicher Genuss

Außer Grillhähnchen und Rohmilch kann auch der Genuss einer Entenbrust gefährlich werden. Bei Feinschmeckern besonders beliebt ist „Entenbrust rosa“. Hier wird das Entenfleisch nicht vollständig durchgegart, damit es nicht zäh wird. Aber genau das kann dem Gourmet zum Verhängnis werden, denn erst bei Gartemperaturen von mehr als 74 Grad Celsius werden die Keime des Campylobacter zuverlässig abgetötet.

Schwerer Durchfall durch Campylobacter bei Abwehrschwäche

Glücklicherweise bekommt nicht jeder, der einige Keime des Campylobacter „verschluckt“ hat, Durchfall. Viele Infektionen verlaufen völlig unbemerkt, manchmal sind die Symptome nur ganz schwach ausgeprägt. Wurde allerdings eine große Keimzahl aufgenommen oder haben sich abwehrgeschwächte Personen infiziert, so geht die Erkrankung oft mit Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, schweren Durchfällen und starkem Krankheitsgefühl einher.

Wichtig: Flüssigkeit und Mineralsalze müssen ersetzt werden

Eine gezielte Antibiotika-Therapie ist aber nur dann notwendig, wenn der Körper nicht allein mit den Keimen fertig wird. Normalerweise ist die durch Campylobacter ausgelöste Magen-Darm-Grippe nach spätestens einer Woche überstanden. Wichtig ist aber, wie bei allen anderen Durchfall-Erkrankungen, dass der Körper mit ausreichend Flüssigkeit und Mineralsalzen versorgt wird.

Säuglinge und ältere Menschen müssen wegen der Gefahr der Dehydrierung gelegentlich stationär behandelt werden. Meldepflicht besteht, wenn Patienten im Lebensmittelbereich arbeiten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Noroviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand März 2007
  • Robert Koch-Institut: Rotaviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand Juni 2007
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2/2007
  • Robert Koch-Institut: Salmonellose. Merkblatt für Ärzte. Stand Dezember 2002
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
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