Allergien und Unverträglichkeiten können Durchfall verursachen

Viele Menschen haben eine Allergie auf bestimmte Lebensmittel oder Zusatzstoffe. Dies führt sehr häufig zu Durchfall (Diarrhoe).

  • Nahrungsmittelallergie:
    Besonders Kuhmilch, Nüsse, Eier, Fisch, aber auch Gewürze wie Anis und Curry sind häufig Auslöser von Allergien. Der Darm reagiert meist etwa ein bis zwei Stunden nach dem Verzehr des entsprechenden Lebensmittels. Es kommt zu Symptomen wie Übelkeit und Bauchschmerzen. Anschließend folgen dünnflüssige Durchfälle und eventuell Erbrechen. Meist werden die Beschwerden wie Durchfall erst sehr spät mit einer allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel in Verbindung gebracht.
  • Laktoseintoleranz:
    Etwa 15 Prozent der Deutschen vertragen Laktose – den Milchzucker – nicht. Blähungen, Durchfall und krampfartige Leibschmerzen 30 Minuten bis zwei Stunden nach dem Genuss von Milch oder Milchprodukten sind Zeichen für eine Laktoseintoleranz. Grund ist ein Mangel oder das Fehlen des Enzyms Laktase. Der Milchzucker gelangt ohne Laktase unverdaut in den Dickdarm. Dort wird er von Bakterien zersetzt. Durch diese Fermentation werden Gase gebildet und es strömt zusätzliches Wasser in den Darm, wodurch die Beschwerden ausgelöst werden. Diese können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Laktose findet sich nicht nur in Milch und Milchprodukten, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln und Arzneimitteln – beachten Sie daher die Zutatenliste, wenn sie an einer Intoleranz gegen Laktose leiden. So können Sie Beschwerden wie Durchfall vermeiden.
  • Sprue/Zöliakie:
    Sprue, auch Zöliakie genannt, ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Auslöser ist das Klebereiweiß Gluten, das in Getreide (Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer) enthalten ist. Die Unverträglichkeit führt zu einer Entzündung und Schädigung der Darmschleimhaut. Die Funktion des Dünndarms wird beeinträchtigt und die Nährstoffaufnahme wird gestört. Die Durchfälle sind breiig und übelriechend. Häufig glänzen die Stühle, weil auch Fett vom Körper nicht mehr aufgenommen werden kann. Später stellen sich Symptome ein, die durch Vitaminmangel verursacht sind.
Achtung: Die Symptome können auch sehr diskret oder untypisch sein und dazu führen, dass eine Glutenunverträglichkeit über Jahre nicht erkannt wird. Erbliche Faktoren, das Immunsystem und Umweltfaktoren beeinflussen die Entstehung einer Glutenunverträglichkeit. Die komplexen Zusammenhänge der Erkrankung sind jedoch noch nicht genau geklärt. Vermutlich handelt es sich um eine Mischform aus Allergie und Autoimmunerkrankung. Bei Zöliakie/Sprue hilft nur eine lebenslange strenge Diät mit glutenfreier Kost.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;