Durchfall: Was Sie bei der Therapie beachten sollten

Durchfall (Diarrhoe) ist meist harmlos und vergeht von allein – ohne eine spezielle Therapie. Bei Risikopatienten und bei Medikamenteneinnahme gibt es jedoch einiges zu beachten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Das gilt auch für Medikamente gegen Durchfall. Kohletabletten können die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen. Beachten Sie deshalb: Nehmen Sie Kohletabletten nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln ein. Da medizinische Kohle unverändert wieder ausgeschieden wird, kommt es nach der Einnahme von Kohletabletten zu einer Schwarzfärbung des Stuhls.

Pektin kann andere Arzneimittel binden und deren Wirkung beeinträchtigen. Nehmen Sie andere Medikamente zeitversetzt ein, mindestens in einem Abstand von zwei Stunden.

Gerbstoffe können die Aufnahme anderer Arzneimittel behindern. Dies ist beispielsweise bei Medikamenten, die Digitalis enthalten, der Fall. Solche Medikamente werden zum Beispiel bei Herzschwäche eingesetzt. Pflanzenauszüge aus dem Uzarawurzelstock können die Wirkung von Digitalis-Präparaten verstärken.

Bei den Mikroorganismen, die gegen Durchfall eingesetzt werden, handelt es sich um Bakterien oder Pilze. Dementsprechend kann ihre Wirkung durch Antipilzmittel oder Antibiotika (Medikamente, die Bakterien bekämpfen) stark beeinträchtigt werden.

Medikamente mit Loperamid sollten nicht länger als zwei Tage angewandt werden. Beachten Sie außerdem: Kinder unter zwölf Jahren dürfen diese Medikamente nicht einnehmen.

Vorsicht bei Kleinkindern und alten Menschen mit Durchfall

Vorsicht ist bei Säuglingen, kleinen Kindern und alten Menschen mit Durchfall geboten. Sie verkraften den Verlust an Flüssigkeit und Mineralsalzen oft nicht ohne Weiteres und drohen auszutrocknen. Beachten Sie deshalb: Gehen Sie bei Durchfall mit Ihrem Kleinkind innerhalb von 24 Stunden zum Arzt. Bei alten Menschen mit Diarrhoe muss der Arzt bei folgenden Symptomen zurate gezogen werden:
  • trockener Mund
  • stehende Hautfalten (nach leichtem Zusammenkneifen bleiben Hautfalten bestehen)
  • wenig und dunkler Urin
  • Müdigkeit und Benommenheit

Wann müssen Sie mit Durchfall zum Arzt?

Auch bei sonst gesunden Menschen vergeht Durchfall nicht immer von allein oder verläuft unkompliziert. Zum Arzt müssen Sie dann, wenn:
  • Blut oder Schleim im Stuhl auftreten
  • Durchfall länger als drei bis vier Tage unvermindert anhält
  • Fieber und Schüttelfrost auftreten
  • Krämpfe und starke Schmerzen einsetzen
  • ein Krankheitsgefühl mit Müdigkeit und Benommenheit besteht
  • Sie appetitlos sind und immer mehr an Gewicht verlieren
  • der Durchfall während oder nach einer Fernreise aufgetreten ist
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.10.2016
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
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