Therapie bei Durchfall: Trinken statt Medikamente

Bei einem kurzdauernden Durchfall (Diarrhoe) sind durchfallhemmende Medikamente als Therapie meist nicht nötig. Es reicht oft völlig aus, genug zu trinken und abzuwarten, bis die Beschwerden von alleine wieder vergehen. Medikamente gegen Durchfall verzögern teilweise sogar die Heilung, weil sie die Ausscheidung der Krankheitserreger behindern. Zudem gibt es bei ihrer Einnahme einiges zu beachten, denn Medikamente gegen Diarrhoe können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen.

Am gebräuchlichsten: medizinische Kohle und Gerbstoffe

Möchten Sie sich dennoch Linderung verschaffen, so sind medizinische Kohle und gerbstoffhaltige Mittel bei Durchfall am gebräuchlichsten. Medizinische Kohle bindet im Darm Bakterien und Giftstoffe, Gerbstoffe dichten die Darmschleimhaut ab. Zudem wird bei Diarrhoe oft der Wirkstoff Loperamid gegeben. Er hemmt die Darmtätigkeit, bekämpft aber nicht die Erkrankungsursache.

Pflanzliche Mittel gegen Durchfall

Auch pflanzliche Mittel können bei Durchfall als Therapie eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Auszüge aus der Uzarawurzel. Sie wirken entspannend und krampflösend auf den Darm. Pektin (Apfelpektin) ist ein Quellstoff, der das Stuhlvolumen vergrößert. Der Darminhalt wird dadurch gefestigt.

Behandlung mit Mikroorganismen und Elektrolyten

Außerdem für die Durchfalltherapie geeignet: Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien oder Escherichia coli – allerdings der unbedenkliche Stamm E.coli Nissle – helfen, die Darmflora wieder herzustellen. Elektrolytmischungen aus der Apotheke gleichen Salzverluste bei Durchfallerkrankungen aus. Sollten Sie keine Elektrolytmischungen zur Hand haben, können sie sich einfach helfen und sie selbst herstellen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.10.2016
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Noroviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand März 2007
  • Robert Koch-Institut: Rotaviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand Juni 2007
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2/2007
  • Robert Koch-Institut: Salmonellose. Merkblatt für Ärzte. Stand Dezember 2002
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
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