Richtig essen und trinken bei Durchfall

Bei Durchfall (Diarrhoe) ist es sehr wichtig, ausreichend zu trinken. Vor allem Kleinkinder und ältere Menschen können die Elektrolytverluste aber manchmal dennoch nicht ausgleichen. Auch bei erwachsenen, gesunden Menschen kann es sinnvoll sein, Elektrolyte zuzuführen.

Selbsthilfe ganz einfach

Um den Verlust an Mineralsalzen bei Durchfall zu kompensieren, eignen sich Elektrolytmischungen aus der Apotheke. Auf Reisen sind diese nicht immer verfügbar. Zur Not können Sie auch das Wasser aus Kokosnüssen, das Kochwasser von Reis oder Tee mit Salz (eine Prise pro Tasse) und Traubenzucker (zwei Teelöffel pro Tasse) trinken, um den Elektrolytverlust auszugleichen. Nehmen Sie zusätzlich etwas Banane für die Kaliumversorgung zu sich.

Sie können aber auch folgendes Getränk herstellen und schluckweise trinken:
  • ½ Liter Mineralwasser ohne Kohlensäure
  • ½ Liter Orangensaft (liefert Kalium)
  • 6 Teelöffel Zucker oder Honig (liefert Glucose)
  • ¼ Teelöffel Kochsalz (liefert Natriumchlorid)

Cola und Salzstangen: Ein schlechter Tipp bei Durchfall

Und noch ein Tipp: Verzichten Sie bei Durchfall besser auf das beliebte Hausmittel Cola und Salzstangen. Cola enthält sehr viel mehr Zucker als es von der WHO für die Rehydratationslösung empfohlen ist. Dadurch wird Wasser gebunden und der Durchfall eher noch verstärkt. Es entstehen ein relativer Natriumüberschuss und ein Mangel an Kalium, was für den ohnehin bestehenden Elektrolytmangel nicht förderlich ist. Cola Light oder Zero haben keinen Effekt, da sie Süßstoff und keinen Zucker enthalten. Süßstoffe sind außerdem eher dafür bekannt, die Durchfälle zu verursachen.

Essen Sie nach der akuten Phase des Durchfalls Bananen, Aprikosen oder geraspelten Apfel. Gut verträglich sind außerdem Gebäck wie Zwieback oder Knäckebrot. Auch leichte Suppen oder Brühen werden meist schnell wieder vertragen. Auf das Essen blähender, fettiger und schwer verdaulicher Speisen sowie das Trinken von Milch, Kaffee und Alkohol sollten Sie bei Durchfall aber unbedingt verzichten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.05.2012
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: WHO, UNICEF: Improved formula for oral rehydration salts to save children's lives http://www.unicef.org/media/media_31825.html (abgerufen 23.1.2012)
  • Tsimihodimos, V., Kakaidi, V., Elisaf, M. (2009): Cola-induced hypokalaemia: pathophysiological mechanisms and clinical implications. International Journal of Clinical Practice http://dx.doi.org/10.1111/j.1742-1241.2009.02051.x
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