Durchfall (Diarrhoe)

Durchfall hat wohl jeder schon einmal gehabt. Die lästigen, aber meist harmlosen Darmbeschwerden – in der medizinischen Fachsprache „Diarrhoe“ genannt – häufen sich in unseren Breiten besonders in den Sommer- und Wintermonaten.

Leere Toilettenpapierrolle © Thinkstock
Das saisonale Auftreten der Krankheit hat seine Gründe: In der kalten Jahreszeit sind es vor allem Viren wie das Norovirus, die besonders in Schulen oder Altenheimen ihr Unwesen treiben. In den Sommermonaten haben Bakterien wie Salmonellen, die wir unbemerkt mit der Nahrung aufnehmen, ein leichtes Spiel.

Auslöser von Durchfall sind häufig Viren oder Bakterien wie:

Weitere mögliche Ursachen sind unter anderen:

Was ist eigentlich Diarrhoe?

Die Diarrhoe, also der Durchfall, ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Längst nicht jeder dünne Stuhl ist auch Durchfall. Von einer Diarrhoe spricht der Arzt erst dann, wenn mehr als dreimal täglich breiiger oder wässrig-flüssiger Stuhl ausgeschieden wird. Eigentlich kommt dem Durchfall eine wichtige Schutzfunktion zu: Durch die Veränderungen des Darms wie erhöhte Beweglichkeit und vermehrte Sekretbildung wird dem Nahrungsbrei nicht soviel Wasser entzogen und so scheidet der Darm mit dem häufigen und dünnen Stuhl gleichzeitig gefährliche Krankheitserreger und Gifte aus.

Kurzer Durchfall ist meist harmlos

Durchfall dauert oft nur wenige Tage. Obwohl wir uns bei einem Magen-Darm-Infekt immer besonders krank fühlen, vergehen die Beschwerden meist von ganz allein, ohne dass der Arzt helfen muss. Nur bei sehr kleinen Kindern und alten Menschen ist ein sofortiger Arztbesuch nötig, um einer Austrocknung vorzubeugen. Anders ist es bei chronischem, länger als zwei Wochen anhaltendem Durchfall. Hier kann nur der Arzt herausfinden, ob eine Darmentzündung wie beim Morbus Crohn oder eine andere Erkrankung – etwa der Schild- oder der Bauchspeicheldrüse – der Auslöser ist.

Therapie und Selbsthilfe bei Durchfall

Durchfall vergeht häufig schnell wieder von selbst und muss meist erst gar nicht behandelt werden. Häufig reicht es aus, viel zu trinken. Linderung verschaffen medizinische Kohle, pflanzliche Mittel oder Durchfallmittel aus der Apotheke. Medikamente verzögern allerdings teilweise sogar die Heilung, da sie zwar das Symptom „Durchfall“ lindern, aber nicht die Ursache bekämpfen.

Durchfall muss nicht sein – wie Sie wirksam vorbeugen

Ausreichende Hygiene ist die wichtigste Regel, um lästigen Magen-Darm-Infekten vorzubeugen. Häufiges Händewaschen, Hygiene im Bad, in der Küche und auf Reisen verringern die Gefahr einer Erkrankung erheblich. Stets gut gekühlte Speisen in der warmen Jahreszeit verhindern eine Ansteckung mit Salmonellen oder eine Lebensmittelvergiftung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.10.2016
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Noroviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand März 2007
  • Robert Koch-Institut: Rotaviren. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Stand Juni 2007
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2/2007
  • Robert Koch-Institut: Salmonellose. Merkblatt für Ärzte. Stand Dezember 2002
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)