Diabetische Retinopathie: Spät auftretende Symptome

Die häufigste Augenkrankheit bei Diabetes, die diabetische Retinopathie (diabetische Netzhauterkrankung), macht ebenso wie das Glaukom oder die altersabhängige Makuladegeneration zu Beginn der Erkrankung keine Beschwerden. Die Patienten bemerken auch die fortgeschrittenen Stadien der Retinopathie nicht, solange nicht die Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist.

Die dann auftretende Sehschwäche bemerkt der Patient vor allem beim Lesen und beim Erkennen von Personen. Zudem sehen die betroffenen Diabetiker oftmals Flecken, ein Bild erscheint gräulich durchlöchert. Dieser Eindruck entsteht durch Blutungen aus den neu gebildeten Gefäßen. Die Patienten können sich geblendet fühlen und bei schlechter Beleuchtung wie durch einen Nebelschleier sehen. In seltenen Fällen kann der Augenarzt auch eine Einschränkung des Gesichtsfelds feststellen und daran die Diagnose diabetische Retinopathie stellen.

Wer Insulin spritzen muss, den kann die Retinopathie besonders behindern

Vor allem für einen Diabetiker, der insulinpflichtig ist, können diese visuellen Einschränkungen sehr bedeutsam sein. Er muss tagtäglich mehrfach sein Insulin dosieren und spritzen. Kann er dabei die Dosismarkierung auf Spritze oder Pen nicht richtig erkennen, wird möglicherweise die Dosis ungenau. Auch können andere alltägliche Dinge wie das Einkaufen, Putzen oder Fernsehen eingeschränkt sein, nicht zu vergessen das Autofahren.
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Augenklinik des UniversitätsSpital Zürich
  • H. J. Küchle, H. Busse, M. Küchle: Taschenbuch der Augenheilkunde, Verlag Hans Huber 1998
  • Interviews mit Dr. Christine Stamm, Leiterin der Beratungsstelle für Sehbehinderte in Berlin und Dr. Anja Liekfeld, Oberärztin an der Universitäts-Augenklinik der Charité in Berlin
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