Depressive Verstimmung: Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird bei nervöser Unruhe und bei leichten bis mittelschweren (vorübergehenden) depressiven Verstimmungen eingesetzt. Es kann zwei bis vier Wochen dauern, bis die Inhaltsstoffe der Arzneipflanze ihre volle Wirkung entfalten. Spätestens acht bis zehn Wochen nach der Ersteinnahme sollten die Symptome abklingen. Die Hersteller empfehlen, die Therapie drei bis sechs Monate durchzuführen.

Johanniskraut kann die Wirkung anderer Arzneistoffe verändern. Bei hellhäutigen sensiblen Personen besteht die Gefahr erhöhter Lichtempfindlichkeit. Allgemein gilt die Empfehlung, während der Einnahme intensives UV-Licht zu meiden. Verzichten Sie während der Therapie auf das Sonnenbaden und den Solarium-Besuch.

Die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts gleichen auch nervöse Unruhezustände aus. Der Einsatz erfolgt deshalb auch bei angst-, unruhe- und stressbedingter Übererregbarkeit, psychovegetativen Störungen (nervöse Beschwerden ohne organische Ursache), Schlafstörungen, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden.

Seit 2009 sind Johanniskrautpräparate in bestimmten Dosierungen verschreibungspflichtig. In den verschiedenen Medikamenten kommen die Trockenextrakte der Arzneipflanze zur Anwendung. Die unterschiedlich hohen Dosierungen sind für den Verbraucher etwas irritierend. Es gibt Produkte die beispielsweise 250 mg, 260 mg, 300 mg, 445 mg, 600 mg, 750 mg oder 900 mg beinhalten. Experten empfehlen zur Behandlung depressiver Störungen eine Tagesdosis von 500 bis 800 mg Trockenextrakt. Apothekenpflichtige Präparate entsprechen den geforderten Qualitätskriterien. Für Medikamente, die 300 mg Extrakt pro Tablette, Kapsel oder Dragee enthalten, gilt beispielsweise der Hinweis: zweimal täglich, oder sogar zwei- bis dreimal täglich. Halten Sie sich an diese Vorschläge, damit die wirksame Dosis erreicht wird.

Zahlreiche Studien haben die Wirksamkeit von Johanniskraut belegt, der Wirkmechanismus ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Johanniskraut enthält viele aktive Inhaltsstoffe. Die Experten diskutieren, ob Hypericin oder Hyperforin als Hauptwirkstoff entscheidend ist.

Mögliche Nebenwirkung von Johanniskraut-Präparaten: Die Lichtempfindlichkeit der Haut kann zunehmen.
Tipp:
Bei fachgerechter Einnahme sind Johanniskraut-Präparate gut verträglich. Sie können jedoch die Wirkung einiger Medikamente beeinträchtigen. Berücksichtigen Sie dies, wenn Sie regelmäßig andere Medikamente einnehmen.
Depressive Störungen und Niedergeschlagenheit können auch mit homöopathischen Mitteln und Schüßler-Salzen behandelt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.08.2012
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
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