Depressive Verstimmungen: Therapie

Treten Traurigkeit und Melancholie ohne Grund auf sollten sie zum Arzt gehen. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Manche Mittel eignen sich nur für den kurzzeitigen Gebrauch.

Wechselwirkungen mit Johanniskraut

Es gibt einige Medikamente, deren Wirkung durch Johanniskraut beeinträchtigt werden kann. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, ob es bei der Einnahme Ihrer bisherigen Medikamente in Kombination mit Johanniskraut Probleme gibt. Folgende Arzneistoffe wirken in Verbindung mit Johanniskraut nur abgeschwächt:
  • das Herzmittel Digoxin
  • das Asthmamittel Theophyllin
  • blutverdünnende Mittel wie Phenprocoumon oder Warfarin
  • antidepressiv wirksame Arzneistoffe wie Amitryptylin oder Nortriptylin
  • einige Mittel, die bei der Anti-HIV-Behandlung eingesetzt werden.
Wenn Sie die Pille einnehmen, kann deren Wirksamkeit verringert sein (Risiko einer Schwangerschaft!) und es können Zwischenblutungen auftreten. Bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter chemischer Antidepressiva (Nefazodon, Paroxedtin, Sertralin) kann die Wirkung verstärkt werden. Übelkeit, Erbrechen, Angst und Verwirrtheit sind die Folge. Insbesondere hellhäutige Menschen sollten auf ausgedehnte Sonnenbäder verzichten, da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit erhöht.

Medikamente, die depressive Störungen begünstigen

Manche Medikamente begünstigen depressive Verstimmungen, beispielsweise bestimmte Blutdruckmittel (Propanolol, Reserpin), bestimmte Antibiotika, einige Parkinsonmittel, manche Beruhigungs- und Schmerzmittel, Hormonpräparate wie die Antibabypille (Östrogene, Gestagene), Kortisonpräparate (Prednison) oder Mittel bei Durchblutungsstörungen (Cinnarizin und Flunarizin). Wenn Sie solche Medikamente einnehmen und depressiv reagieren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.08.2012
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
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