Langanhaltender Stress kann in Depression münden

Langanhaltender Stress kann ebenfalls eine Ursache für Depressionen sein. Das Gefühl dauernder Überforderung am Arbeitsplatz, mangelnde Anerkennung durch Kollegen und Vorgesetzte oder gar eine gezielte Demütigung durch „Mobbing“ stellt für viele Betroffene einen unlösbaren psychischen Konflikt dar.

Die Sorge um den Arbeitsplatz einerseits und die Erfahrung der Ablehnung andererseits lässt einen rationalen Ausweg oft unmöglich erscheinen und kann zu einem unbewussten Rückzug in Form einer Depression führen.

Stress durch rasante Veränderungen

Depressionen in modernen Industrienationen werden oft in einem Zusammenhang mit den rasanten Veränderungen von Gesellschaft und Wirtschaft und dem damit einhergehenden vermehrten Stress gesehen. Dabei spielen Faktoren wie Arbeitsplatzunsicherheit, wachsende Anforderungen an Mobilität und Flexibilität, Auflösung vertrauter Strukturen, Leistungsdruck und innerbetrieblicher Konkurrenzkampf eine zunehmende Rolle.

Diesen Erschöpfungszustand, der im Rahmen von Überlastungen am Arbeitsplatz entsteht, bezeichnet man auch als Burnout-Syndrom.

Dass langanhaltender Stress Ursache für Depressionen sein kann, gilt zwar als erwiesen. Auf der anderen Seite gibt es das epidemiologisch ausgewiesene Phänomen, dass in Kriegszeiten – also in Phasen größter psychischer Verunsicherung und existenzieller Bedrohung – die Zahl der depressiven Erkrankungen und suizidalen Handlungen deutlich zurückgeht. Dieser Effekt zeigt sich in allen europäischen Ländern und gilt sowohl für Männer als auch für Frauen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.04.2015
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2012-01_01.pdf)
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