Depression: Erbanlagen und Geschlecht

Als Ursachen einer Depression spielen auch die genetischen Anlagen (Erbanlagen) eine Rolle, das belegen Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien.

Jedoch sind die Erbanlagen nur einer von mehreren Faktoren. Es lässt sich auch kein einzelnes Gen ausmachen, das für die Entstehung einer Depression verantwortlich ist.

Das Risiko für eine depressive Erkrankung eines Nachkommen steigt bei einem erkrankten Elternteil auf zehn bis 15 Prozent, sind beide Elternteile betroffen auf 30 bis 40 Prozent. Bei einem erkrankten eineiigen Zwilling steigt das Risiko für den anderen Zwilling auf unter 50 Prozent, sodass dadurch auch klar wird, dass es sich nicht nur um genetische Einflüsse handelt, die eine Depression auslösen können.

Geschlecht

Bei Frauen treten Depressionen zwei- bis dreimal so häufig auf wie bei Männern. Dies könnte mehrere Ursachen haben: Frauen unterliegen größeren hormonellen Schwankungen und sind deswegen anfälliger für Depressionen. Deshalb findet man beim „schwachen Geschlecht“ in den Wechseljahren oder kurz vor der Periode (prämenstruelles Syndrom, PMS) häufiger depressive Störungen. Außerdem neigen Frauen dazu, offener über ihre Gefühle zu sprechen und eher Hilfe in Anspruch zu nehmen als Männer, sodass unter den Männern eine höhere Dunkelziffer besteht.

Dem „starken Geschlecht" fällt es schwerer, psychische Probleme ernst zu nehmen. Dies ist vor allem auch durch die unterschiedliche Erziehung und durch die unterschiedliche Rolle der Geschlechter in der Gesellschaft begründet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.04.2015
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: G. Nissen: Depressionen, Kohlhammer Verlag 1999
  • G. Niklewski, R. Riecke-Nikleswski.: Depressionen überwinden, Stiftung Warentest 1998
  • M. Wolfersdorf: Depressionen erkennen, verstehen, behandeln, Psychiatrie-Verlag 2001
  • Kompetenznetz Depression
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2012-01_01.pdf)
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