Therapie bei Depression: Psychotherapie

Unter Psychotherapie versteht man eine Behandlungsmethode, deren Wirkung auf Gesprächen und Handlungen zwischen dem Patienten und dem Therapeuten beruht. Neben der medikamentösen Therapie haben auch psychotherapeutische Verfahren inzwischen einen festen Platz in der Behandlung von Depressionen. Wenn möglich, werden beide Formen der Therapie kombiniert.

Je nach Verfahren werden bei der Psychotherapie zum Beispiel bestimmte Verhaltens- und Denkweisen trainiert oder zurückliegende Konflikte wiedererlebt und aufgearbeitet.

Unter den psychotherapeutischen Verfahren hat sich insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Depressionen als wirksam erwiesen. Ausgangspunkt dieser Behandlung ist die Annahme, dass es sich bei der Depression um ein „erlerntes Fehlverhalten“ handelt, das durch Einüben anderer Verhaltensweisen überwunden werden kann. So kann zum Beispiel aus der realen Erfahrung der Ohnmacht in einer ganz bestimmten Situation oder Lebensphase die Einstellung entstehen, generell im Leben nichts bewirken zu können. Da das Denken mit dem Fühlen und Handeln eines Menschen verbunden ist, beeinflusst ein solches negatives Denkmuster ganz entscheidend auch das weitere Tun und Handeln. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie wird versucht, eingefahrene negative Denkmuster in mehreren Schritten gemeinsam mit dem Patienten zu verändern.

Neben der kognitiven Verhaltentherapie werden zur Depressionsbehandlung die psychodynamische und die analytische Psychotherapie, die interpersonelle Therapie, Gesprächspsychotherapie, Gruppen- und Familientherapie eingesetzt. Falls die ambulante Therapie nicht ausreicht, muss die Psychotherapie eventuell stationär erfolgen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.04.2015
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: G. Nissen: Depressionen, Kohlhammer Verlag 1999
  • G. Niklewski, R. Riecke-Nikleswski.: Depressionen überwinden, Stiftung Warentest 1998
  • M. Wolfersdorf: Depressionen erkennen, verstehen, behandeln, Psychiatrie-Verlag 2001
  • Kompetenznetz Depression
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2012-01_01.pdf)
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