Therapie von Depressionen: Lithiumsalze

Lithium ist ein in der Natur vorkommendes Alkalimetall, das in der Medizin in Lithiumsalzen Verwendung findet. Schon in der Antike wurde Wasser aus lithiumhaltigen Heilquellen zur Therapie von Depressionen getrunken, geriet dann aber in Vergessenheit. Im 19. Jahrhundert wurden Lithiumsalze wieder in die medizinische Therapie eingeführt.

Lithiumsalze sind Stimmungsstabilisatoren und werden zur langfristigen Verhütung von Depressionen und zur Wirkungsverstärkung von modernen Antidepressiva eingesetzt. Es gibt vielversprechende Hinweise, dass es auch suizid-vorbeugend wirkt. Es wird vor allem bei bipolaren Depressionen eingesetzt.

Wirkungsweise

Wie Lithiumsalze genau wirken, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Offensichtlich wird durch das Salz die Erregbarkeit verschiedener Organe und Gewebe – so auch im zentralen Nervensystem – erhöht. Wahrscheinlich verändert Lithium die Konzentration von Kalzium in den Nervenzellen und damit ihre Leitfähigkeit.

Nebenwirkungen

Leichtes Zittern, vermehrter Durst, stärkerer Harndrang, Durchfall, Übelkeit und Müdigkeit können zu Beginn der Therapie auftreten. Nach langdauernder Einnahme kann das Zittern stärker werden und bei etwa 20 Prozent der Patienten kommt es zu einer Gewichtszunahme. Gelegentlich kann es zu einer Schilddrüsenvergrößerung, zu Wassereinlagerungen oder zu einer verringerten Nierenleistung kommen.

Gegenanzeigen können schwere Nieren-, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Störungen des Mineralhaushaltes oder Krampfleiden darstellen. Wichtig ist auch, dass bei Patientinnen im gebärfähigen Alter eine zuverlässige Verhütung durchgeführt wird.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.04.2015
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: G. Nissen: Depressionen, Kohlhammer Verlag 1999
  • G. Niklewski, R. Riecke-Nikleswski.: Depressionen überwinden, Stiftung Warentest 1998
  • M. Wolfersdorf: Depressionen erkennen, verstehen, behandeln, Psychiatrie-Verlag 2001
  • Kompetenznetz Depression
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2012-01_01.pdf)
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