Therapie von Depressionen: Elektrokrampftherapie

Man wird zunächst versuchen, Depressiven mit einer medikamentösen Therapie zu helfen. Diese ist in etwa 80 Prozent aller Fälle wirksam. Lassen sich aber durch Medikamente eventuell in Kombination mit Psychotherapie keine Verbesserungen erzielen, hat sich vor allem bei sehr schweren Depressionen die Elektrostimulation oder Elektrokrampftherapie (EKT) als besonders wirksam erwiesen.

Hierbei wird ein künstlicher Krampfanfall durch einen kurzen Stromstoß ausgelöst. Im Gegensatz zu früher ist dieses Verfahren für den Patienten heutzutage relativ wenig belastend, da er in eine Kurznarkose versetzt wird und Muskelkrämpfe durch die Gabe eines Muskelrelaxanz unterbunden beziehungsweise abgeschwächt werden. Der Betroffene erhält, verteilt über etwa drei Wochen, neun bis zwölf Anwendungen. Bei den meisten Patienten kann hierdurch die zum Teil seit Monaten oder Jahren andauernde Depression durchbrochen werden. Eingesetzt wird die Elektrokrampftherapie bei Patienten, bei denen zahlreiche medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsversuche fehlgeschlagen sind.

Nebenwirkungen der Elektrokrampftherapie

Durch neue Techniken konnten die Nebenwirkungen und Risiken der Elektrokrampftherapie deutlich vermindert werden. Es bleibt das Narkoserisiko, die Gefahr von Blutdruckstörungen und vorübergehende Gedächtnisstörungen. Diese Risiken stehen jedoch der ernsthaften Gefährdung bei einer schweren Depression gegenüber. Viele Patienten erleben das Abklingen einer schweren Depression unter der Elektrokrampftherapie wie das Erwachen aus einem langen Alptraum und drängen bei erneutem Auftreten einer depressiven Episode auf den Einsatz dieses Verfahrens. Die EKT wird in Deutschland nur in einigen Fachkliniken durchgeführt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.04.2015
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: G. Nissen: Depressionen, Kohlhammer Verlag 1999
  • G. Niklewski, R. Riecke-Nikleswski.: Depressionen überwinden, Stiftung Warentest 1998
  • M. Wolfersdorf: Depressionen erkennen, verstehen, behandeln, Psychiatrie-Verlag 2001
  • Kompetenznetz Depression
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2012-01_01.pdf)
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