Wohnraumanpassung bei Demenz – die Wohnung als Gedächtnisstütze

Erinnerung an vergangene Tage

Der Bewegungsradius von Pflegebedürftigen wird mit der Zeit immer kleiner – da ist es klar, dass die eigene Wohnung mehr und mehr an Bedeutung gewinnt: Sie ist dem Erkrankten vertraut und kann noch lange als Gedächtnisstütze dienen. Das lässt sich zusätzlich fördern.

Erinnerungsecken, Aktivitätszonen und gemütliche Plätze

Schaffen Sie dem Erkrankten sogenannte Erinnerungsecken: Gemütliche Plätze mit Dingen, an denen der Pflegebedürftige hängt, vermitteln Geborgenheit und Sicherheit. Platzieren Sie dort zum Beispiel Bilder vertrauter Personen aus unterschiedlichen Lebensphasen, alte Briefe und Fotoalben. Auch vertraute Möbel regen die Erinnerung an.

Sogenannte Aktivitätszonen stimulieren die Sinne und können dem Erkrankten das Gefühl geben, gebraucht zu werden. Für Frauen bietet sich beispielsweise ein Arbeitsplatz in der Küche an – viele haben hier die meiste Zeit ihres Lebens verbracht. Die Erkrankten können bei der Küchenarbeit zusehen oder mitmachen. Für Männer kann eine Werkstatt oder ein Arbeitstisch das Gleiche bewirken. Suchen Sie nach einer geeigneten Tätigkeit – je nachdem, welchen Beruf oder welches Hobby der Erkrankte früher ausgeübt hat.

Wenn Sie einen bequemen Sessel vor ein Fenster stellen, kann Ihr Angehöriger das Geschehen außerhalb der Wohnung von dort beobachten. Verfügen Sie über einen Balkon oder einen Garten, kann er von dort die Natur oder die Menschen auf der Straße betrachten. Wichtig: Diese Plätze sollten vor zu starker Sonneneinstrahlung und unangenehmem Luftzug geschützt sein.

Den Garten zum Zuhause machen – Natur stimuliert und beruhigt

Häufig interessieren sich Betroffene noch für Gartenarbeit. Die Beschäftigung mit Pflanzen gibt dem Erkrankten neben einer sinnvollen Beschäftigung zusätzlich auch einen Anhaltspunkt, welche Jahreszeit gerade ist. Spezielle Hoch- oder Tischbeete erleichtern die Pflanzenpflege, da sie Rücken und Gelenke schonen.  

Ein Rundweg durch den Garten wirkt anregend. Achten Sie darauf, dass die Wege trittsicher sind. Oberflächen wie lose verlegte Platten, rutschiges Granulat oder Kies erhöhen die Sturzgefahr. Giftige Pflanzen sollten möglichst entfernt werden.
Bitte beachten Sie: Der Zugang zu Balkon, Terrasse oder Garten sollte nicht durch Schwellen oder Stufen erschwert sein. Falls Höhenunterschiede bestehen, hilft es, diese kontrastreich zu kennzeichnen.

>> Hier finden Sie alle Maßnahmen als Checkliste (PDF, 378 KB)
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2015
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitanet.de; Tobias Kraft, Dipl.-Ergotherapeut (FH), Evangelische Geriatriezentrum Berlin.
  • Quellen: Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)