Wohnraumanpassung bei Demenz – Selbstständigkeit fördern

Eigenständig und würdevoll durch den Alltag

Wichtiger Bestandteil der Pflege ist es, die Eigenständigkeit des Erkrankten im Alltag so weit wie möglich zu erhalten. Spezielle Hilfsmittel und kleine Veränderungen in der Wohnung können dabei helfen.

Gebrauchsgegenstände sollten generell immer gut erreichbar und sichtbar positioniert sein. Es ist sinnvoll, wichtige Gegenstände zusätzlich mit einer Markierung (beispielsweise einem farbigen Kreuz oder Punkt) zu kennzeichnen. Persönliche Dinge sollten immer am selben Platz aufbewahrt werden.

Anpassungen in der Küche – technische Ausstattung reduzieren

Kann Ihr Angehöriger den Herd noch selbst benutzen, wird er sich wahrscheinlich eher an einen Herd mit Kochplatten als an einen „neumodischen“ Herd mit Ceran- oder Induktionskochfeld erinnern.

Ein weiterer Tipp: Reduzieren Sie die technische Ausstattung in der Küche. Hilfsmittel und Haushaltsgeräte können unterstützend wirken, den Demenzkranken aber auch verwirren. Kommt der Betroffene mit den Geräten nicht zurecht, wird er mit seinen Defiziten konfrontiert. Das kann Unzufriedenheit mit sich selbst, Traurigkeit oder sogar Aggressivität auslösen.

Neue Geräte sollten nur gekauft werden, wenn es unbedingt notwendig ist. So ist ein Wasserkocher zwar praktischer und sicherer, der Erkrankte kommt aber vielleicht besser mit einem Wasserkessel zurecht.

Spezielle Seniorentelefone erleichtern die Bedienung

Ein spezielles Seniorentelefon hat große Tasten und kann leicht bedient werden. Wenn möglich, programmieren Sie wichtige Nummern ein und kennzeichnen Sie die jeweiligen Tasten mit dem Foto der entsprechenden Person. Alternativ gibt es auch Telefone mit Kinderschaltung. Diese wählen beim Drücken jeder Taste dieselbe einprogrammierte Nummer an.

Anpassungen im Badezimmer – Verwechslungen vermeiden

Im Badezimmer erleichtern eine Toilettensitzerhöhung und Haltestangen das Aufstehen und Hinsetzen. Langfristig kann es sinnvoll sein, die Toilette an sich zu erhöhen. Auch der Einbau eines Pissoirs ist manchmal hilfreich. Männer sind es häufig gewohnt, im Stehen wasserzulassen, und können sich nur schwer umgewöhnen.

Toilettendeckel und Toilettenbrille sollten farbig hervorgehoben sein. So sind sie besser zu erfassen. Eingefärbtes Toilettenwasser verhindert, dass die Toilette mit dem Waschbecken verwechselt wird. Im Badezimmer sollte möglichst kein Abfalleimer stehen, da er mit der Toilette verwechselt werden kann.

Findet der Betroffene den Weg zur Toilette nicht mehr schnell genug, kann ein Toilettenstuhl im Schlafzimmer sinnvoll sein. Für Männer bietet sich eine Urinflasche an.

An Waschbecken und Badewanne kann es hilfreich sein, eine Zweigriffarmatur anzubringen – manchmal kommen Betroffene besser damit zurecht, weil sie diese kennen. Oft verstehen sie nicht, wie die modernen Einhebelmischer funktionieren.

>> Hier finden Sie alle Maßnahmen als Checkliste (PDF, 378 KB)
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2015
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitanet.de; Tobias Kraft, Dipl.-Ergotherapeut (FH), Evangelische Geriatriezentrum Berlin.
  • Quellen: Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)