Demenz und Morbus Alzheimer: Vorbeugen

Vor allem der vaskulären Demenz kann der Einzelne gut vorbeugen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung und der Verzicht auf das Rauchen genügen oft schon, um den krankhaften Veränderungen der Blutgefäße wirksam vorzubeugen. Reicht dies allein nicht aus, können zusätzlich medizinische Therapien erforderlich werden, zum Beispiel Medikamente gegen Bluthochdruck.

Auch wenn diese Maßnahmen grundsätzlich ebenfalls als Schutz vor der Alzheimer-Krankheit gelten, kann dieser nur geringfügig vorgebeugt werden. Denn bei der Alzheimer-Demenz kommt es zu einer krankhaften Veränderung des Hirngewebes, die bisher nicht beeinflussbar ist. Man weiß allerdings, dass ein hohes Bildungsniveau einen gewissen Schutzfaktor darstellt. Vermutlich hilft das „Training“ durch eine lange und intensive Schulbildung und ein aktives Berufsleben dem Gehirn, den Ausfällen einer bereits vorhandenen Alzheimer-Krankheit länger entgegenzuwirken.

Auch geistige Aktivitäten bis ins hohe Alter sind nützlich, da sie das Selbstwertgefühl stärken und wahrscheinlich wichtige Reserven schaffen für den Fall, dass ein geistiger Leistungsabbau einsetzt. Es kommt nicht darauf an, das Gedächtnis durch Übungen gezielt zu trainieren. Auch andere geistige Aktivitäten wie der Besuch kultureller Veranstaltungen, Reisen, das Erlernen von Fremdsprachen oder soziales Engagement tragen zur Aktivierung von Leistungsreserven bei.

Im Falle von Erbkrankheiten ist eine genetische Beratung sinnvoll (Familienplanung). Sie ist wegen der damit verbundenen ethischen und psychologischen Probleme nur an humangenetischen Instituten zu empfehlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2015
  • Autor/in: Dr. phil. Dipl.-Psych. Gernot Lämmler, leitender Neuropsychologe am EGZB; Dipl.-Psych. Stefan Mix, stellv. leitender Neuropsychologe am EGZB; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: G. Lämmler, J. Herms und B. Hanke: Demenz. In E. Steinhagen-Thiessen und B. Hanke (Hrsg.): Neurogeriatrie auf einen Blick, Blackwell-Verlag 2003
  • G. Krämer: Alzheimer Krankheit - Antworten auf die häufigsten Fragen, Reihe TRIAS ärztlicher Rat, Georg Thieme Verlag 2000
  • Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)
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