Demenz und Morbus Alzheimer: Ursachen und Risikofaktoren

Der größte Risikofaktor für eine Demenz ist ein hohes Lebensalter. Weitere Faktoren sind Erbanlagen, der Lebensstil, Entzündungen, Kopfverletzungen, Medikamente und giftige Substanzen. Meist verursacht wahrscheinlich eine Kombination mehrerer dieser Einflüsse das Beschwerdebild einer Demenz.

Die Alzheimer- und die vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz können unterschiedliche Ursachen haben, die auch in Kombination auftreten können. Die Gründe für die Entstehung der Alzheimer-Demenz sind jedoch noch nicht bis ins Detail geklärt. Bei der vaskulären Demenz spielt – neben genetischen Faktoren – vor allem der Lebensstil eine Rolle.

Behandelbare Demenzen

Manchmal werden Demenz-Symptome auch von Erkrankungen hervorgerufen, die oft gut behandelbar sind. Diese Demenzen werden behandelbare Demenzen genannt. Auf direkte Vererbung ist nur ein kleiner Teil aller Demenzen zurückzuführen. Der klassische Vertreter einer solchen Erbkrankheit ist etwa die Chorea Huntington („Veitstanz“). In seltenen Fällen tritt eine Demenz schon im jüngeren Erwachsenenalter auf, zum Beispiel als Folge von AIDS oder einer durch Rinderwahn (BSE) verursachten Creutzfeldt-Jacob-Erkrankung.

Diagnose ist wichtig für die richtige Therapie

Die Suche nach der Ursache der Demenzerkrankung ist sehr wichtig, denn erst, wenn diese gefunden ist, kann die Situation eingeschätzt und die richtige Therapie begonnen werden. Manchmal kann der Arzt oder Neurospychologe einen Verdacht auf Demenz auch erst richtig einordnen, nachdem er den Verlauf der Krankheit eine Weile beobachtet hat. Von einer Demenzerkrankung kann deshalb erst gesprochen werden, wenn die Ursache der Störung festgestellt wurde und die Krankheitsanzeichen über längere Zeit anhalten (in der Regel mindestens sechs Monate).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.02.2015
  • Autor/in: Dr. phil. Dipl.-Psych. Gernot Lämmler, leitender Neuropsychologe am EGZB; Dipl.-Psych. Stefan Mix, stellv. leitender Neuropsychologe am EGZB; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: G. Lämmler, J. Herms und B. Hanke: Demenz. In E. Steinhagen-Thiessen und B. Hanke (Hrsg.): Neurogeriatrie auf einen Blick, Blackwell-Verlag 2003
  • G. Krämer: Alzheimer Krankheit -Antworten auf die häufigsten Fragen, Reihe TRIAS ärztlicher Rat, Georg Thieme Verlag 2000
  • Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)
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