Demenz und Morbus Alzheimer: Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist eine alltagsorientierte, strukturierte Therapieform. Sie zielt auf die Beseitigung oder Verbesserung von Schwierigkeiten im Alltag und den Aufbau einer festen Tagesstruktur ab. Durch geeignete Gedächtnishilfen erlernen Patienten, sich besser an bestimmten Strukturen zu orientieren.

Dazu werden übergeordnete Ziele in überschaubare kleinere Ziele aufgeteilt. Um diese Ziele zu erreichen, kommen schriftliche Aufzeichnungen und Hausaufgaben zum Einsatz. Dies macht die Verhaltenstherapie zum idealen psychotherapeutischen Verfahren für Demenzkranke im Frühstadium. Denn sie können dadurch ihren Alltag besser oder mit geringerer Unterstützung bewältigen. Die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie, insbesondere bei depressiven Störungen Demenzkranker, ist gut belegt. Ein verhaltenstherapeutischer Behandlungsansatz kann auch die Selbstständigkeit der Patienten im Alltag verbessern.

Selbstständigkeit wird durch Zuwendung belohnt

Die Verhaltenstherapie berücksichtigt die Tatsache, dass manchen Kranken in ihrer Unselbstständigkeit zu viel Hilfe von außen zukommt. Da die Unterstützung immer auch mit Zuwendung verbunden ist, wird das unselbständige Verhalten eher „belohnt" und gefördert. Bei selbstständigem Verhalten erhalten die Personen weniger Hilfe, wodurch weniger Zuwendung erlebt wird. Um das zu verhindern, werden die Angehörigen darin geschult, selbstständiges Verhalten durch positive Zuwendung zu verstärken und so zu fördern.

Verhaltenstherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Leider gibt es wenige Verhaltenstherapeuten, die sich auf Patienten mit Demenz und ihre Familien spezialisiert haben. Geeignete Adressen können die regionalen Alzheimer Gesellschaften vermitteln.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2015
  • Autor/in: Dr. phil. Dipl.-Psych. Gernot Lämmler, leitender Neuropsychologe am EGZB; Dipl.-Psych. Stefan Mix, stellv. leitender Neuropsychologe am EGZB; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: G. Lämmler, J. Herms und B. Hanke: Demenz. In E. Steinhagen-Thiessen und B. Hanke (Hrsg.): Neurogeriatrie auf einen Blick, Blackwell-Verlag 2003
  • G. Krämer: Alzheimer Krankheit - Antworten auf die häufigsten Fragen, Reihe TRIAS ärztlicher Rat, Georg Thieme Verlag 2000
  • Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)