Demenz und Morbus Alzheimer: Der richtige Umgang mit Demenzkranken

Der Umgang mit und die Pflege von Demenzkranken hängt neben der Persönlichkeit des Erkrankten auch von den Lebensumständen, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand des Angehörigen ab. Entscheidend bei einer Demenzerkrankung ist, dass sich das Störungsbild und damit auch die Anforderungen an die Pflege ständig verändern.

Der wichtigste Grundsatz bei der Pflege ist: Fordern, aber nicht überfordern! Dazu sollten Sie folgendes beachten:
  • Die Lebenssituation sollte an die eingetretenen Defizite des Betroffenen angepasst werden.
  • Sie sollten versuchen, vorhandene Fähigkeiten des Betroffenen zu aktivieren.
  • Sie sollten auf das Wohlbefinden des Erkrankten achten, dies erleichtert die Betreuung.
  • Sie sollten sich als der Gesunde auf die neue Situation einstellen, der Betroffene kann dies nicht mehr. Verbesserungen der Situation können nur vom gesunden Betreuenden ausgehen.
  • Sie sollten über eigene Verhaltensweisen und Vorstellungen nachdenken. Lassen sich diese an die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Betroffenen anpassen?
  • Ein fester und strukturierter Tagesablauf gibt Halt, angemessene Beschäftigungen geben Bestätigung.
  • Die Selbstständigkeit sollte gefördert und Erfolge belohnt werden.
  • Reizüberflutung wie durch große Gesellschaften oder stundenlanges Fernsehen sollte vermieden werden, da vom erkrankten Gehirn nicht viele Reize gleichzeitig verarbeitet werden können.
  • Eine schöne Umgebung und Atmosphäre werden vom Betroffenen auch in späten Krankheitsstadien als angenehm empfunden.
  • Grundsätzlich ist die Kommunikation mit dem Betroffenen und eine freundliche, zugewandte Ansprache wichtig.
Auch Gefährdungen müssen beachtet werden:
  • Bislang ungefährliche Dinge wie Putzmittel, Messer, Herd oder Streichhölzer können jetzt zur Gefahr werden.
  • Orientierungshilfen wie Nachtlichter und feste Plätze für bestimmte Dinge sind wichtig.
  • Hilfsmittel wie Handgriffe in der Badewanne können helfen, Stürze zu vermeiden.
Bei allen Bemühungen um eine gute Betreuung dürfen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht gering schätzen. Lassen Sie sich von Pflegediensten helfen, sprechen Sie über die Belastung in einer Selbsthilfegruppe oder nutzen Sie die Möglichkeit der Kurzzeitpflege für einen Urlaub. Wenn Sie gesund und zufrieden sind, können Sie Ihrem Angehörigen besser helfen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.03.2011
  • Autor/in: Dr. phil. Dipl.-Psych. Gernot Lämmler, leitender Neuropsychologe am EGZB; Dipl.-Psych. Stefan Mix, stellv. leitender Neuropsychologe am EGZB; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: G. Lämmler, J. Herms und B. Hanke: Demenz. In E. Steinhagen-Thiessen und B. Hanke (Hrsg.): Neurogeriatrie auf einen Blick, Blackwell-Verlag 2003
  • G. Krämer: Alzheimer Krankheit - Antworten auf die häufigsten Fragen, Reihe TRIAS ärztlicher Rat, Georg Thieme Verlag 2000