Pflege bei Demenz

Diagnose: Demenz. Ein Schock – nicht nur für die Betroffenen selbst. Denn eine Demenzerkrankung verändert nach und nach das ganze Leben. Das Gedächtnis lässt nach, bei schweren Verläufen können Betroffene den Alltag nicht mehr selbstständig meistern. Häufig verändert sich auch die Persönlichkeit – besonders für pflegende Angehörige eine große Belastung. Dann sind Geduld, Verständnis und der richtige Umgang mit dem Pflegebedürftigen entscheidend.

Zettel an Wäscheleine © Thinkstock

Belastung für Betroffene und Angehörige

Die Diagnose Demenz bedeutet eine große Belastung. Es gilt, sich mit der unheilbaren Krankheit einer nahestehenden Person auseinanderzusetzen und sich Stück für Stück von dem Menschen zu verabschieden, der er einmal war. Entscheidungen müssen getroffen werden, wie der Demenzkranke in Zukunft versorgt werden soll.

Da die Krankheit meist langsam fortschreitet, ist es häufig so, dass Angehörige sich nicht bewusst für die Pflege entscheiden, sondern langsam immer mehr Aufgaben übernehmen. Dennoch ist es sehr wichtig, sich von Anfang an klar zu machen, wie viel man zu leisten im Stande ist und ab wann man sich Hilfe suchen sollte. Nur so kann Überforderung – und eventuell als Folge davon ein Zusammenbruch – vermieden werden.

Pflege bei Demenz – mit Geduld und Verständnis

Gerade bei Demenz ist die Pflege äußerst belastend und anstrengend. Viele Demenzkranke sind beispielsweise sehr unruhig und wandern ständig umher – oft auch in der Nacht. Auch die Pflegenden bekommen dann nicht mehr genügend Schlaf. Wenn der Pflegebedürftige seinen Angehörigen nicht mehr erkennt, kann das zu schwierigen Situationen führen: etwa, dass der Betroffene sich von der ihm „fremden“ Person nicht beim Ausziehen helfen lassen möchte. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können die meisten Menschen mit Demenz gar nicht mehr alleine sein. Sie brauchen Betreuung rund um die Uhr.

Diese Beispiele verdeutlichen nur einige von vielen Herausforderungen, mit denen man sich bei der Pflege eines Menschen mit Demenz konfrontiert sieht. Stellt sich also die Frage: Wie damit umgehen? Entscheidend ist es, die Krankheit zu verstehen. Wer sich darüber im Klaren ist, dass bestimmte Verhaltensweisen der Krankheit geschuldet sind und keinen Angriff darstellen, kann sie leichter hinnehmen und besser darauf reagieren. Ein weiterer Grundsatz kann sein: Den Betroffenen fördern – aber keinesfalls überfordern. Denn: Bewältigte Aufgaben machen zufrieden, ungelöste deprimieren. Außerdem sollten sich Pflegende bewusst sein: Diskutieren und Streiten mit einem Demenzkranken hilft nicht.

Weitere, ausführliche Informationen über die Pflege bei Demenz finden Sie hier. (PDF)
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de; inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. Markus Dietl, Pflegewissenschaftler;
  • Quellen: Bundesministerium für Gesundheit (2013): Wenn das Gedächtnis nachlässt. Ratgeber für die häusliche Betreuung demenziell erkrankter Menschen: http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/WdGn_screen_Juni2013.pdf
  • Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)
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