Demenz und Morbus Alzheimer: Diagnostik in der Gedächtnissprechstunde

Beginnende Demenz von normaler Altersvergesslichkeit zu unterscheiden ist oft schwierig. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto eher kann mit der Behandlung begonnen werden. Sogenannte Gedächtnissprechstunden helfen bei der Diagnose.

Bei Gedächtnissprechstunden handelt es sich um spezielle Beratungseinrichtungen für ältere Menschen, die an Gedächtnis-, Konzentrations- oder Denkstörungen leiden. Diese Einrichtungen werden mitunter auch als „Memory-Kliniken“ bezeichnet. Das Team der Gedächtnissprechstunden, das aus Ärzten und Psychologen besteht, ist auf die Frühdiagnose von Gedächtnisstörungen spezialisiert. Sie können meist die Ursachen für die Leistungsschwäche des Gehirns feststellen.

Auch andere Ursachen können hinter Beschwerden stecken

Denn nicht immer verbirgt sich hinter Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit eine Demenzerkrankung: Zu Einbußen der Gedächtnisleistung kann es auch durch starke berufliche Belastung oder einschneidende Lebensereignisse kommen. Auch Schlafstörungen sind eine mögliche Ursache. Es ist deshalb in jedem Fall ratsam, der Störung auf den Grund zu gehen.

Meist sind Gedächtnissprechstunden beziehungsweise Memory-Kliniken in geriatrischen oder gerontopsychiatrischen Kliniken angesiedelt. Diese Einrichtungen haben meist viel Erfahrung mit Krankheiten des Alters, zu denen auch die Demenz zählt.

Mithilfe einer detaillierten Befragung, medizinischer Untersuchungen und spezieller psychologischer Testverfahren können demenzielle Abbauprozesse schon sehr früh erkannt werden, sodass eine geeignete Behandlung zu einem günstigen Zeitpunkt eingeleitet werden kann.

Zu Pflege und Pflegeversicherung beraten lassen

Sollte eine Erkrankung festgestellt werden, ist es auch oft hilfreich für Betroffene und Angehörige, sich von einem hinzugezogenen Experten zu Pflege und Pflegeversicherung beraten zu lassen. So können sich alle Beteiligten frühzeitig auf eine eventuell auftretende Pflegesituation vorbereiten.

Für die Gedächtnissprechstunde ist eine Überweisung vom Arzt notwendig. Die Untersuchung dauert durchschnittlich zwei Stunden. Bei einem zweiten Termin bespricht der Arzt oder Psychologe die Ergebnisse der Untersuchung mit dem Patienten und seinen Angehörigen. Der Hausarzt erhält einen zusammenfassenden Bericht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2015
  • Autor/in: Dr. phil. Dipl.-Psych. Gernot Lämmler, leitender Neuropsychologe am EGZB; Dipl.-Psych. Stefan Mix, stellv. leitender Neuropsychologe am EGZB; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: G. Lämmler, J. Herms und B. Hanke: Demenz. In E. Steinhagen-Thiessen und B. Hanke (Hrsg.): Neurogeriatrie auf einen Blick, Blackwell-Verlag 2003
  • G. Krämer: Alzheimer Krankheit -Antworten auf die häufigsten Fragen, Reihe TRIAS ärztlicher Rat, Georg Thieme Verlag 2000
  • Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)