Demenz und Morbus Alzheimer

„Demenz“ ist der Oberbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die ausgeprägte Störungen des Gedächtnisses, des Denkvermögens und meist auch gravierende Veränderungen der Persönlichkeit verursachen.

Demenz Vergesslichkeit © Thinkstock
Bei Demenzkranken beeinträchtigt der geistige Abbau deutlich die Selbstständigkeit im Alltag. Der Zustand des Betroffenen verändert sich ständig, da sich der geistige und körperliche Abbauprozess über mehrere Jahre hinstreckt. Der Verlauf der Demenzerkrankung kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein – und somit auch die Therapie.

Leider lässt sich Demenz durch Medikamente und eine psychologische Therapie nur verzögern: Eine Heilung gibt es meist nicht. Fast alle Demenzen verlaufen deshalb fortschreitend bis hin zu völliger Pflegebedürftigkeit. Die wenigen heilbaren Demenzen, die es gibt, werden auch als behandelbare oder reversible Demenzen bezeichnet.

Definition

Demenz bezeichnet eine deutliche und nicht nur vorübergehende Verschlechterung der eigenen Hirnleistungsfähigkeit, für die es keine andere Erklärung als einen hirnorganischen Abbauprozess gibt. Dabei müssen außer Gedächtnisstörungen auch andere Beeinträchtigungen – zum Beispiel Störungen des Denkens, der Sprache oder der Urteilsfähigkeit – auftreten.

Auch eine Persönlichkeitsveränderung, die sich zum Beispiel durch erhöhte Reizbarkeit, Gleichgültigkeit oder Stimmungsschwankungen äußert, muss erkennbar sein. Demenz liegt vor, wenn sich diese Störungen erheblich auf die Bewältigung des Alltags auswirken.

Der Begriff Demenz sollte mit Vorsicht gebraucht werden: Erst wenn der Arzt mit sorgfältigen Untersuchungen andere Ursachen für einen Verlust der Hirnleistung oder eine Persönlichkeitsveränderung ausgeschlossen hat und der Zustand mindestens sechs Monate anhält, kann die Diagnose Demenz gestellt werden.

Demenz wird immer häufiger

Die häufigste Ursache einer fortschreitenden Demenz ist mit bis zu 60 Prozent die Alzheimer-Krankheit gefolgt von der vaskulären Demenz (gefäßbedingte Demenz) mit etwa 20 Prozent. Die vaskuläre Demenz entwickelt sich aufgrund von Arteriosklerose („Arterienverkalkung“). Mischformen beider Krankheiten und seltene andere Krankheiten sind für den verbleibenden Prozentsatz verantwortlich.

Der schwerwiegendste Risikofaktor für die meisten Demenzformen ist das Alter. Da die Menschen immer älter werden, ist in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Demenz-Fälle zu rechnen.

Pflegereform: mehr Leistungen für Demenzkranke

Seit dem 1. Januar 2017 werden bei der Feststellung von Pflegebedürftigkeit dank des zweiten Pflegestärkungsgesetzes geistige und psychische Beeinträchtigungen – zum Beispiel aufgrund von Demenz – stärker berücksichtigt als zuvor. Durch die Änderungen haben nun mehr Menschen die Chance, einen Pflegegrad und damit Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten.
Info
Ein leichtes Nachlassen der Gedächtnisleistung im Alter, das sich im Alltag nicht weiter auswirkt, kann nicht mit einer Demenzerkrankung gleichgesetzt werden. Leicht zunehmende Vergesslichkeit ist also bis zu einem gewissen Maß nichts Außergewöhnliches, denn sie hat mit einem normalen Alterungsprozess zu tun, der biologisch bedingt ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.11.2016
  • Autor/in: Dr. phil. Dipl.-Psych. Gernot Lämmler, leitender Neuropsychologe am EGZB; Dipl.-Psych. Stefan Mix, stellv. leitender Neuropsychologe am EGZB; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: G. Lämmler, J. Herms und B. Hanke: Demenz. In E. Steinhagen-Thiessen und B. Hanke (Hrsg.): Neurogeriatrie auf einen Blick, Blackwell-Verlag 2003
  • G. Krämer: Alzheimer Krankheit -Antworten auf die häufigsten Fragen, Reihe TRIAS ärztlicher Rat, Georg Thieme Verlag 2000
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Änderungen 2015 – Gesundheit und Pflege
  • Universität Witten/Herdecke: Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende: Demenzkrankheit (Alzheimer und andere Demenz-Formen) (http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html)
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