Chemotherapie ergänzt die Operation bei Darmkrebs

Darmkrebs (kolorektales Karzinom) spricht oft nur bedingt auf eine Chemotherapie an. Deshalb ist die Chemotherapie eine Ergänzung zur Operation oder eine Therapie bei Metastasen. Bei der Chemotherapie erhält der Patient Zytostatika. Das sind Medikamente, die das Zellwachstum und die Zellteilung hemmen.

Nebenwirkungen durch die Chemotherapie bei Darmkrebs

Da die Zytostatika nicht nur Darmkrebszellen angreifen, sondern auch andere gesunde Körperzellen, die sich oft erneuern (das Knochenmark, die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes und Haarzellen) kommt es zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Appetitlosigkeit, Haarausfall und Entzündungen der Mundschleimhaut und der Darmschleimhaut. Die Nebenwirkungen können durch die Gabe anderer Medikamente wesentlich gelindert werden. In den meisten Fällen wird die Chemotherapie ambulant durchgeführt.

Adjuvante Chemotherapie soll zum Erfolg der Operation beitragen

Die begleitend zur Operation durchgeführte Chemotherapie wird als adjuvante Chemotherapie bezeichnet. Eventuell noch vorhandene Krebszellen können auf diese Weise zerstört werden. Diese Chemotherapie dauert zwischen sechs Monate und einem Jahr und erhöht die Heilungschancen bei Darmkrebs deutlich.

Die neoadjuvante Chemotherapie erfolgt vor der Operation

Als neoadjuvante Therapie wird die Chemotherapie bezeichnet, die vor einer Operation zur Verkleinerung des Tumors durchgeführt wird. Insbesondere beim Darmkrebs im Mastdarm gelingt es in manchen Fällen, den natürlichen Darmausgang zu erhalten, indem vor der Operation medikamentös behandelt wird. Eventuell erfolgt die neoadjuvante Chemotherapie in Kombination mit Bestrahlung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: D. Henne-Bruns: Duale Reihe Chirurgie, Thieme Verlag 2001
  • Krebsinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums: Darmkrebs
  • AWMF-Leitlinien : Kolonkarzinom und Rektumkarzinom, Stand 2002
  • http://www.darmkrebs.de/
  • Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-007OLl_S3_KRK_2014-08.pdf)
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