Ernährung nach einer Magen-Darm-OP oder bei künstlichem Darmausgang

Bei Darmkrebs, dem Kolorektalen Karzinom, ist es nötig, je nach Lage des Tumors, einen Teil des Darmes zu entfernen. Bei manchen Patienten wird auch ein künstlicher Darmausgang in der Bauchdecke erforderlich, ein sogenanntes Stoma (auch Anus praeter genannt).

Man unterscheidet ein Stoma des Dickdarms (Colostoma) von einem Stoma des Dünndarms (Ileostoma). Um den Darm nach einer Operation zu entlasten und die Heilung zu verbessern wird ein Stoma oft vorübergehend angelegt. Ein permanenter, künstlicher Darmausgang wird erforderlich, wenn Darmkrebs im Mastdarm in der Nähe des Afters auftritt und der Schließmuskel bei der Operation nicht erhalten werden kann. In diesem Fall ist es den Patienten nicht mehr möglich, den Stuhl zu halten.

Mögliche Probleme: Fehlender Nahrungsspeicher, mangelhafte Resorption und zu flüssiger Stuhl

Die Ernährung bei Krebs im Magen-Darm-Trakt muss besondere Anforderungen erfüllen. Bei Krebs im Magen müssen oft Teile des Magens oder sogar der ganze Magen entfernt werden. Danach fehlt es an Speicherraum, sodass die Nahrung direkt in den Darm rutscht. Dadurch können Völlegefühl, Blähungen und andere Verdauungsstörungen entstehen (Dumping-Syndrom). Außerdem müssen die Patienten ihr Leben lang das Vitamin B12 erhalten, da es nicht mehr aus der Nahrung resorbiert werden kann.

Auch bei Patienten mit verkürztem Darm kann es zu Mangelerscheinungen kommen, da nicht mehr ausreichend Resorptionsfläche vorhanden ist. Wenn im Dickdarm weniger Wasser als vor der Operation aus dem Stuhl resorbiert werden kann, ist der Stuhl häufig zu flüssig. Andererseits darf der Stuhl auch nicht zu fest sein – und das besonders kurz nach der Operation, um die Naht nicht zu sehr zu strapazieren. Auch bei Patienten mit einem Stoma darf der Stuhl nicht zu fest sein, damit keine Probleme bei der Darmentleerung – etwa der Vorfall des Darms in den künstlichen Ausgang – entstehen.

Empfehlungen zur Ernährung nach Krebs im Magen-Darm-Trakt

Patienten mit Krebs im Magen-Darm-Trakt sollten mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und darauf achten, dass sie genug trinken. Der Stuhl sollte weder zu fest noch zu flüssig sein. Probieren Sie aus, welche Nahrungsmittel Sie gut vertragen, ohne dass es zu Blähungen oder Völlegefühl kommt. Haben Sie Geduld. Es kann eine Zeit dauern, bis Ihr Körper sich an die neue Situation gewöhnt hat und Sie mit Ihrer Ernährung gut zurechtkommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Christine Kretschmer, Dr. med. Alexander Herzog: Gesunde Ernährung bei Krebs, Haug Verlag 2002
  • Peter Konopka: Krebs, Immunsystem und Ernährung, Hirzel Verlag 2004
  • Rudolf Kunze, Susanne Krämer: Vitalstoffe gegen Krebs, Ralf Reglin Verlag 1998
  • Deutsche Krebshilfe
  • Deutsche Krebsgesellschaft
  • Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-007OLl_S3_KRK_2014-08.pdf)
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