Formen des Darmkrebses

Gutartige Tumoren im Dickdarm

Darmpolypen (Adenome) sind zunächst gutartige Tumoren. Sie neigen jedoch dazu, nach einer gewissen Latenzzeit zu bösartigen Tumoren zu entarten. Darmpolypen bezeichnet man deswegen auch als „Präkanzerosen“. Bei einigen vererbbaren Krankheiten treten diese Polypen in großer Zahl auf. Die Betroffenen haben ein sehr hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs zu erkranken.

Bösartige Tumoren im Dickdarm (Dickdarmkrebs, Dickdarmkarzinom)

Bei den bösartigen Tumoren handelt es sich in den meisten Fällen um Karzinome. Vermutlich entstehen bis zu 90 Prozent der Karzinome des Dickdarms aus Darmpolypen oder Adenomen. Etwa sieben Prozent aller Menschen haben gutartige Darmpolypen. Die Umwandlung in einen bösartigen Tumor dauert etwa zehn Jahre. Wird der Polyp bis zu diesem Zeitpunkt entfernt, bestehen Heilungschancen von fast 100 Prozent. Der Dickdarmkrebs kann in allen Abschnitten des Dickdarms auftreten, die meisten Tumoren entstehen jedoch im unteren Abschnitt des Dickdarms (Kolonkarzinom) und im Mastdarm (Rektumkarzinom).

Über die Häufigkeit der Lokalisation finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben. Es steht aber fest, dass über die Hälfte der kolorektalen Karzinome im Sigma-Rektum-Bereich entstehen.

Lokalisation
des Dickdarmkrebses
Häufigkeit
in Prozent
Aufsteigendes Kolon 20
Querkolon 15
Absteigendes Kolon 8
Sigmakolon 17
Mastdarm (Rektum) 40

Gutartige Tumoren im Dünndarm

Die gutartigen Tumoren im Dünndarm überwiegen bei Weitem. Sie machen in der Regel kaum Beschwerden, gelegentlich verursachen sie Blutungen. Nach dem Ursprungsgewebe werden sie eingeteilt in:

Tumor Ursprungsgewebe
Adenom Schleimhaut
Leiomyom Muskelschicht
Fibrom Bindegewebe
Lipom Fettgewebe
Angiom Blutgefäße
Hamartom verschiedene Gewebe

Bösartige Tumoren im Dünndarm (Dünndarmkrebs, Dünndarmkarzinom)

Diese Tumoren sind sehr selten und machen nur ein bis zwei Prozent der Darmkrebserkrankungen aus. Nach dem Ursprungsgewebe kann man einteilen in:

Tumor Ursprungsgewebe
Karzinom Schleimhaut
Sarkom Bindegewebe
Lymphom Lymphgewebe
Karzinoid bestimmte hormonbildende Zellen
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: D. Henne-Bruns: Duale Reihe Chirurgie, Thieme Verlag 2001
  • Krebsinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums: Darmkrebs
  • AWMF-Leitlinien : Kolonkarzinom und Rektumkarzinom, Stand 2002
  • Felix-Burda-Stiftung
  • Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-007OLl_S3_KRK_2014-08.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung