Die Darmspiegelung führt am sichersten zur Diagnose Darmkrebs

Wenn der Verdacht auf Darmkrebs (kolorektales Karzinom) besteht – etwa durch einen positiven Stuhltest oder durch einen auffälligen Tastbefund – sollte immer eine Darmspiegelung folgen. Denn mit dieser Untersuchung lässt sich Darmkrebs am besten diagnostizieren.

Bei der Darmspiegelung unterscheidet man die Spiegelung des Mastdarms (Rektoskopie), des Sigmadarms (Sigmoidoskopie) oder des gesamten Dickdarms (Koloskopie). Mit der Rektoskopie werden 60 Prozent, mit der Sigmoidoskopie 75 Prozent und mit der Koloskopie 98 Prozent der kolorektalen Karzinome erkannt.

Es sollte immer der gesamte Dickdarm untersucht werden, auch wenn ein Tumor nur im Mastdarm vermutet wird, da sich gleichzeitig noch weitere Tumoren gebildet haben könnten. Bei der Untersuchung wird ein schlauchartiges Koloskop, in das eine Videokamera oder Glasfaseroptik eingebaut ist, vom After her eingeführt. Vorbedingung dafür ist ein vollständig entleerter Darm. Auf diese Weise kann man die Schleimhaut begutachten und gegebenenfalls eine Gewebeprobe (Biopsie) zur mikroskopischen Beurteilung entnehmen. Auch Darmpolypen können mit dem Koloskop abgetragen werden. Durch die histologische Beurteilung des entnommenen Gewebes kann Darmkrebs mit Sicherheit diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Die virtuelle Koloskopie kann Darmspiegelung nur zum Teil ersetzen

Bei der virtuellen Koloskopie – auch CT-Kolografie genannt – werden mithilfe der Computertomografie schichtweise Aufnahmen des Bauchs gemacht. Mit einer speziellen Software werden die einzelnen Bilder zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt, so dass der Arzt ähnliches sieht, wie bei einer normalen Darmspiegelung. Die Vorbereitung dazu verläuft genauso wie bei einer endoskopischen Koloskopie, damit der Darm frei von Stuhlresten ist, die die Bilder verfälschen könnten. Auch wird vor der Untersuchung Gas in den Darm gefüllt, damit er sich besser entfaltet. Nachteil der virtuellen Koloskopie ist, dass während der Untersuchung keine Probeentnahmen aus auffälligen Bereichen möglich sind. Zur Biopsie muss eine endoskopische Koloskopie angeschlossen werden. Außerdem ist bei dieser CT-Untersuchung mit einer Strahlenbelastung zu rechnen. Die Kosten für eine virtuelle Koloskopie werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

Kapsel-Endoskopie

Beim momentanen Stand kann man mit einer kleinen Kamera-Kapsel, die einfach geschluckt wird, nur den Dünndarm sicher untersuchen. Weiterentwicklungen der Kapsel sollen bald auch eine Untersuchung des Dickdarms ausreichend aussagekräftig machen. Hierbei ist eine sehr gute Darmvorbereitung erforderlich. Wie bei der virtuellen Koloskopie bleibt auch hier das Problem der Probeentnahme.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: D. Henne-Bruns: Duale Reihe Chirurgie, Thieme Verlag 2001
  • Krebsinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums: Darmkrebs
  • AWMF-Leitlinien : Kolonkarzinom und Rektumkarzinom, Stand 2002
  • http://www.darmkrebs.de/
  • Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-007OLl_S3_KRK_2014-08.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung