Cor pulmonale: Sauerstofftherapie und Medikamente lindern die Symptome
Bei der Therapie des Cor pulmonale geht man zweigleisig vor, denn es sind zwei Organe betroffen. Dies ergibt sich schon aus der Definition der Krankheit: Es handelt sich um eine Überlastung des rechten Herzens beziehungsweise eine Rechtherzschwäche aufgrund einer Lungenkrankheit. Der Arzt behandelt also die Symptome der Lungenkrankheit und zugleich die Herzschwäche.
Nichtrauchen steht an erster Stelle
In den meisten Fällen liegt dem Cor pulmonale eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zugrunde. Grundvoraussetzung für jegliche Therapie der COPD beziehungsweise des Cor pulmonale ist das Nichtrauchen. Anderenfalls wirken die Maßnahmen und Medikamente nur beschränkt.
Sauerstofftherapie hebt die Lebensqualität
Die Sauerstofftherapie ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Therapie bei Cor pulmonale. Die Prognose der Patienten verbessert sich bei einer Sauerstoffgabe von mindestens 15 Stunden täglich. Meistens steigt auch die Mobilität und Aktivität, was die Lebensqualität deutlich erhöht. Der Sauerstoff wird über eine Nasensonde oder Atemmaske zugeführt, wichtig ist eine laufende Kontrolle der Blutgaswerte.
Atemgymnastik verbessert die Sauerstoffversorgung
Empfehlenswert ist außerdem Atemgymnastik – auch für Patienten, die ohne Sauerstoff auskommen. Die Gymnastik optimiert die Atemtechnik, verbessert die Belüftung der Lungen und somit die Sauerstoffversorgung. Gleichzeitig beugt eine gute Atmung Infekten der Atemwege vor, unter denen Patienten mit COPD beziehungsweise Cor pulmonale oft leiden.
Medikamente stellen Bronchien und Gefäße weit
Zudem verschreibt der Arzt jedem Patienten mit Cor pulmonale Medikamente. Für die Therapie der Lungenkrankheit kommen folgende Medikamente in Frage:
- Sekretlöser verflüssigen den Schleim, sodass dieser leichter abgehustet werden kann.
- Bronchospasmolytika wie Beta-2-Sympatikomimetika, Theophyllin und Anticholinergika erweitern die Bronchien und erleichtern auf diese Weise die Belüftung der Lunge.
- Kortikosteroide – von diesen Medikamenten, oft auch kurz Kortison genannt, profitieren vor allem Patienten mit einer chronisch entzündlichen Veränderungen der Atemwege etwa bei einer schweren COPD.
- Häufig tritt bei einem Cor pulmonale oder einer COPD als Folge der ständigen Schleimhautreizung auch ein Infekt auf – in diesem Fall ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig.
Therapie der Herzschwäche mit Digitalis und Diuretika
Auch die Rechtsherzinsuffizienz muss bei einem Cor pulmonale behandelt werden. Die Säulen der Therapie sind:
Ein Aderlass kann in einigen Fällen vorteilhaft sein, da er das Blutvolumen senkt und damit das Herz entlastet. Auch die festen Bestandteile des Blutes nehmen ab, was das Thromboserisiko senkt. Je nach Körpergewicht und -größe nimmt der Arzt dem Patienten zwischen 300 und 500 Milliliter Blut ab. Blutverdünnende Medikamente wie Antikoagulantien können das Thromboserisiko ebenfalls reduzieren. Sollte mit all diesen Mitteln keine Besserung erreicht werden und sich der Zustand des Patienten verschlechtern, kann meistens nur noch eine Herztransplantation, oft kombiniert mit einer Lungentransplantation, helfen.





