Tipps für den Alltag mit Cor pulmonale

Kurzatmigkeit, häufiger Husten und ständige Müdigkeit – ein Cor pulmonale beeinträchtigt das tägliche Leben stark. Es ist für Sie deshalb wichtig, einen Arzt zu finden, der es versteht, Ihre Symptome mit Medikamenten und Sauerstofftherapie günstig zu beeinflussen.

Seniorenpaar geht im Wald spazieren © Thinkstock
Am besten lassen Sie sich von Ärzten zweier Fachrichtungen behandeln: von einem Pulmologen, der sich um Ihre zugrunde liegende Lungenkrankheit kümmert, und von einem Kardiologen, der Ihre Rechtsherzinsuffizienz therapiert. Die behandelnden Ärzte sollten sich eng über die Behandlung verständigen: Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass die Medikamente besser aufeinander abgestimmt werden können und starke Wechselwirkungen vermieden werden.

Natürlich können Sie auch selbst etwas zu Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit beitragen – hier die wichtigsten Tipps:

  • Bewegung: Bewegen Sie sich regelmäßig, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie stark Sie sich belasten dürfen. Es geht nicht darum, jeden Morgen zu joggen. Wichtig ist, dass Sie mehrmals täglich kleine Trainingseinheiten absolvieren. Eine solche Trainingseinheit kann darin bestehen, dass Sie zu Fuß den nächsten Zeitschriftenladen aufsuchen oder nach dem Aufstehen leichte Gymnastikübungen machen.
  • Ernährung: Achten Sie auf regelmäßige, nährstoffreiche Mahlzeiten. Die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) oder das Lungenemphysem, die dem Cor pulmonale sehr häufig zugrunde liegen, sind konsumierende, das heißt kalorienverbrauchende Krankheiten. Ihr Body-Mass-Index sollte in keinem Fall unter 21 liegen. Wenn Sie unfreiwillig Gewicht verlieren, können Sie zwischen den Mahlzeiten zum Beispiel Trinknahrung zu sich nehmen. Achten Sie aber auch auf plötzliche Gewichtszunahme. Sie könnte für eine Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme) sprechen, die bei verminderter Herzleistung auftreten kann.
  • Nikotinverzicht: Wenn Sie es noch nicht getan haben: Hören Sie auf zu rauchen und vermeiden Sie verqualmte Räume.
    Hier lesen Sie, wie Sie in zehn Schritten zum Nichtraucher werden.
  • Klimawechsel: Unternehmen Sie Reisen an die See oder ins Gebirge – allerdings nicht in extreme Höhen. Das ist wohltuend für Ihre Lunge und verbessert Ihre Atmung.
  • Sauerstoff: Scheuen Sie sich nicht, Sauerstoff zu nehmen: Es kann Ihrer Lunge nur nützen, wenn sie mehr Sauerstoff bekommt. Die Gefahr einer Abhängigkeit – wie oft behauptet wird – besteht nicht. Auch tägliche Atemgymnastik verbessert die Lungenfunktion.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.11.2014
  • Autor/in: Dr. Beate Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (2007): Diagnostik und Therapie der chronischen pulmonalen Hypertonie (http://leitlinien.dgk.org/files/2007_Leitlinie_chronische_pulmonale_Hypertonie.pdf)
  • Mitteldeutsche Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (http://www.mdgp.de/wichtige-lungenerkrankungen/cor-pulmonale/)
  • Leitlinien der WHO zur COPD
  • Universität Köln, Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum: Rechtsherzinsuffizienz – Diagnostik und Therapie (http://www.uniklinik-herzzentrum.de/de/kardiologie/aktuelles/vortraege-1/vortrag-pd-dr-michels-was-ist-neu-2012)
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