Cor pulmonale: Körperliche Untersuchung und Bluttests sind wichtig für die Diagnosefindung

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf ein Cor pulmonale besteht, wird der Arzt Sie zuerst ausführlich nach Ihren Symptomen, Ihrem Lebensstil, Ihrem Beruf und Ihrer Krankengeschichte fragen. Leiden Sie unter einer chronischen Lungenkrankheit? Sind Sie oder waren Sie Raucher? Verspüren Sie zunehmende Luftnot? Alle diese Dinge muss der Arzt wissen, um die Ursache für Ihre dramatische Leistungsminderung, Ihren Husten und eine sich andeutende oder bereits bestehende Herzschwäche zu ermitteln.

Wichtig: Inspektion von Halsvenen, Augen und Leber

Außerdem untersucht der Arzt Sie gründlich und achtet dabei auf:
  • Zeichen für eine Blutstauung an den Halsvenen und der Bindehaut am Auge
  • bläuliche Verfärbungen (Zyanose) der Haut und Schleimhäute
  • verminderte Atemgeräusche
  • eine vergrößerte beziehungsweise gestaute Leber

Hohe Anzahl roter Blutkörperchen bei Cor pulmonale

Auch ein Bluttest ist für die Diagnose aufschlussreich: So weist eine erhöhte Zahl roter Blutkörperchen (Erythrozyten) auf einen Sauerstoffmangel hin. Wie ist dieser Zusammenhang zu erklären? Rote Blutkörperchen dienen unter anderem als Vehikel für Sauerstoff. Wenn etwa bei einer chronischen Lungenkrankheit wie dem Lungenemphysem die Lungenbläschen absterben und die Lunge nicht mehr so viel Sauerstoff aufnehmen kann, versucht der Körper dieses Defizit zu kompensieren. Er stellt mehr Sauerstoffvehikel, sprich rote Blutkörperchen, zur Verfügung.

Ebenfalls typisch: erhöhte Leberwerte

Eine Vermehrung der roten Blutkörperchen zeigt sich zugleich im Anstieg des Hämatokritwerts, der die festen Bestandteile des Bluts anzeigt. Er kann deutlich ansteigen, teilweise auf über 50 Prozent, normalerweise liegt er bei 45 Prozent. Außerdem wird der Arzt die Leberwerte untersuchen lassen: Die Gamma GT, GOT und GPT erhöhen sich bei der für das Cor pulmonale typischen Leberstauung. Eine Standarduntersuchung bei der Diagnose ist außerdem die Blutgasanalyse: Bei einem Cor pulmonale sinkt der Sauerstoffgehalt und der Kohlendioxidgehalt erhöht sich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2011
  • Autor/in: Dr. Beate Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Patientenleitlinien Herzschwäche der Universität Witten/Herdecke, Stand 2005
  • G. Herold: Innere Medizin, Köln 2005
  • Leitlinien der WHO zur COPD
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste
Apotheke

Finden Sie hier Ihre Apotheke in Ihrer Nähe:

PLZ/Ort
Zertifizierung
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)