Cor pulmonale: CT, MRT und Pulmonalis-Angiografie

Eine eingehende körperliche Untersuchung – etwa das Abtasten der Leber – und Bluttests können bereits gute Hinweise auf ein Cor pulmonale geben. Zur Absicherung der Diagnose und für eine optimale Therapie sind allerdings eine Reihe apparativer Untersuchungen nötig.

Thoraxröntgen gibt Aufschluss über Lungenkrankheiten

So gibt eine Röntgenaufnahme des Brustraums – auch Thoraxröntgen genannt – über Lage, Größe und Form des Herzens Auskunft. Typisch beim Cor pulmonale ist zum Beispiel eine Rechtsdrehung des Herzens als Zeichen einer Mehrbelastung des rechten Herzens. Die Herzgröße bleibt jedoch lange Zeit normal oder gar auffallend klein. Weiterhin sind Pleuraschwarten (Vermehrung des Rippenfellgewebes) und Veränderungen des Lungengewebes – etwa ein Lungenemphysem, ein Ödem (Wassereinlagerung) oder Pleuraergüsse – erkennbar.

Das CT ist noch genauer als das Röntgen

Genauere Aussagen zum Beispiel über Veränderungen der Lunge erfordern jedoch eine Computertomografie (Schichtaufnahme), in manchen Fällen auch eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Leberstauung zeigt sich im Ultraschall

Ein weiteres, unkompliziertes bildgebendes Verfahren zur Diagnostik eines Cor pulmonale ist eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums. Mit ihrer Hilfe lässt sich unter anderem eine vergrößerte Leber mit erweiterten, gestauten Lebervenen erkennen.

Herzleistung lässt sich durch Echokardiografie ermitteln

Auch eine Herzultraschalluntersuchung, die Echokardiografie, ist bei Verdacht auf ein Cor pulmonale üblich. Diese Untersuchung erlaubt Aussagen über die gepumpte Blutmenge und somit über die Leistungsfähigkeit des Herzens. Auch die Dicke der Herzmuskulatur und Veränderungen der herznahen großen Gefäße lassen sich mit der Ultraschalluntersuchung sehr präzise messen.

EKG macht Herzrhythmusstörungen deutlich

Selbstverständlich gehört zur Standarduntersuchung bei Verdacht auf Cor pulmonale auch ein EKG. Das Elektrokardiogramm gibt Auskunft über Lage und Funktion des Herzens. Bei chronischen Lungenkrankheiten treten EKG-Veränderungen allerdings erst sehr spät auf. Typische Zeichen für ein Cor pulmonale im EKG sind zum Beispiel verschiedene Herzrhythmusstörungen: Häufig ist eine Tachykardie oder eine absolute Arrhythmie.

Früherkennung durch die Spirometrie

Die Spirometrie ist ebenfalls eine aussagekräftige und wenig belastende Untersuchung: Der Patient atmet beziehungsweise pustet in ein Spirometer, sodass der Arzt anhand der ermittelten Werte auf die Leistungsfähigkeit der Lunge schließen kann. Der große Vorteil dieser Untersuchung: Der Arzt kann Veränderungen der Lungenleistung feststellen, bevor der Patient Beschwerden hat.

Grundlage für eine präzise Therapie: die Lungenarteriendruckmessung

Wie fortgeschritten ist das Cor pulmonale? Wie hoch ist der Druck in den Lungenarterien? Diese für die Therapie sehr entscheidende Frage lässt sich nur mit einer Lungenarteriendruckmessung klären. Für diese Messung muss der Arzt einen Rechtsherzkatheter legen. Ein Katheter wird unter örtlicher Betäubung über eine periphere Vene – meist in der Leiste – bis in das rechte Herz und die große Lungenarterie vorgeschoben. Die Lungenarteriendruckmessung wird nach eingehender Voruntersuchung nur von erfahrenen Kardiologen und in spezialisierten kardiologischen Zentren vorgenommen.

Pulmonalis-Angiografie bei Embolieverdacht

Mithilfe eines Rechtsherzkatheters lassen sich auch die Lungenarterien (Pulmonalarterien) röntgen. Bei der Pulmonalis-Angiografie spritzt der Arzt ein Kontrastmittel über den Katheter, sodass die Innenräume der Pulmonalarterien und deren kleine Äste auf dem Röntgenschirm zu sehen sind. Die Pulmonalis-Angiografie nehmen Ärzte vor allem bei Verdacht auf eine Lungenembolie vor, die eine häufige Ursache für ein akutes Cor pulmonale ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.11.2014
  • Autor/in: Dr. Beate Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Charit, Universitätsmedizin - Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charit, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (2007): Diagnostik und Therapie der chronischen pulmonalen Hypertonie (http://leitlinien.dgk.org/files/2007_Leitlinie_chronische_pulmonale_Hypertonie.pdf)
  • Mitteldeutsche Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (http://www.mdgp.de/wichtige-lungenerkrankungen/cor-pulmonale/)
  • Leitlinien der WHO zur COPD
  • Universität Köln, Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum: Rechtsherzinsuffizienz – Diagnostik und Therapie (http://www.uniklinik-herzzentrum.de/de/kardiologie/aktuelles/vortraege-1/vortrag-pd-dr-michels-was-ist-neu-2012)
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