Cor pulmonale: Die meisten Patienten sind Raucher

Das Cor pulmonale (lat.: „Lungenherz"), auch als pulmonale Hypertonie bezeichnet, ist in den Industriestaaten die dritthäufigste Herzkrankheit bei über 50-Jährigen. Da es unterschiedliche Ursachen für die Entstehung und auch unterschiedliche Therapien gibt, wird heute mehr und mehr der Ausdruck „pulmonale Hypertonie“ benutzt.

Entstehung des Cor pulmonale

Das chronische Cor pulmonale bezeichnet die Reaktion des Herzens auf eine Drucksteigerung im Lungenkreislauf. Ursachen sind verschiedene Lungenerkrankungen wie ein Lungenemphysem oder Lungenfibrosen – am häufigsten jedoch eine chronisch obstruktive Bronchitis. Diese Lungenerkrankungen verursachen, dass sich die Blutgefäße in der Lunge verengen oder vermindern. Dadurch entsteht ein erhöhter Druck im Lungenkreislauf. Die Folge: Das Blut staut sich bis ins rechte Herz zurück. Dieses muss gegen den erhöhten Druck ankämpfen und wird so übermäßig belastet. Aufgrund dieser Belastung kommt es zu einer krankhaften Vergrößerung und Schwächung des rechten Herzens – es wird geschädigt und ist nicht mehr ausreichend belastbar.

Beim akuten Cor pulmonale bekommt die linke Herzhälfte – beispielsweise aufgrund einer Lungenembolie – durch verschiedene Mechanismen plötzlich zu wenig Blut. Es kann zu einem Blutdruckabfall bis hin zum Herzversagen kommen.

Verlauf und Prognose

Das Cor pulmonale steht am Ende einer langen Krankheitsgeschichte und ist oft sehr quälend: Betroffene erleben im fortgeschrittenen Stadium heftige Hustenattacken, sind ständig müde, kaum mehr belastbar und können bei körperlicher Anstrengung leicht bewusstlos werden.

Mildern lassen sich Symptome des Cor pulmonale durch den Verzicht von Zigaretten, Sauerstoffgabe und Medikamente. Eine Heilung ist meistens nicht mehr möglich. Es empfiehlt sich deshalb für Raucher – besonders, wenn sie bereits unter chronischem Husten leiden – den Nikotinkonsum umgehend aufzugeben. So verhindern sie, dass eine COPD entsteht oder fortschreitet, und damit auch eine gefährliche Beeinträchtigung des Herzens durch ein Cor pulmonale.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.11.2014
  • Autor/in: Dr. Beate Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Charit, Universitätsmedizin - Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charit, Universitätsmedizin - Berlin
  • Quellen: Leitlinien der WHO zur COPD
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (2007): Diagnostik und Therapie der chronischen pulmonalen Hypertonie (http://leitlinien.dgk.org/files/2007_Leitlinie_chronische_pulmonale_Hypertonie.pdf)
  • Mitteldeutsche Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (http://www.mdgp.de/wichtige-lungenerkrankungen/cor-pulmonale/)
  • Universität Köln, Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum: Rechtsherzinsuffizienz – Diagnostik und Therapie (http://www.uniklinik-herzzentrum.de/de/kardiologie/aktuelles/vortraege-1/vortrag-pd-dr-michels-was-ist-neu-2012)
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