COPD-Therapie mit Sauerstoff hilft akut und langfristig

Besonders bei Patienten mit fortgeschrittener COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) – häufig mit gemeinsamem Auftreten von chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem – hat die Therapie mit Sauerstoff einen wichtigen Stellenwert. Durch sie wird nicht nur das Symptom Atemnot gelindert, sondern insgesamt die Herz-Lungen-Funktion verbessert.

Man unterscheidet dabei zwischen einer kurzfristigen Sauerstoffgabe in Akutsituationen und der Sauerstoff-Langzeittherapie für Betroffene in fortgeschrittenen Krankheitsstadien. Bei der COPD-Akuttherapie richtet sich die Sauerstoffmenge nach den Blutgasen.

Am besten ist eine Sauerstoffgabe per Maske

Dabei werden in der Akutsituation kurzfristig die Blutgase kontrolliert und entsprechend die Zufuhrdosis angepasst. Der COPD-Patient erhält den Sauerstoff über eine Nasen- oder Nasen-Rachen-Sonde – allerdings gelangt hierbei nur ein Teil des Sauerstoffs an den Ort seiner Wirkung. Besser ist die Sauerstoffgabe über Mund- beziehungsweise Mund-Nasen-Masken – sie sind besser abgedichtet und erlauben einen höheren Sauerstofffluss. Als Nebenwirkung einer solchen Sauerstofftherapie muss berücksichtigt werden, dass Kohlendioxid zurückgehalten wird, das dann letztlich zu einer verminderten Atmung führt.

Die Langzeittherapie mit Sauerstoff verbessert den Blutfluss in der Lunge

Die Sauerstoff-Langzeittherapie bei Betroffenen mit fortgeschrittener chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) führt zusätzlich zu einem verbesserten Blutfluss in der Lunge, einer Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und des Allgemeinbefindens auch zu einer gesteigerten Überlebenszeit.

Die häusliche Sauerstofftherapie kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden: mit einer konventionellen (Stahl-)Gasflasche, einem Sauerstoffkonzentrator oder einem Flüssigsauerstoffsystem. Dabei ist der Sauerstoffkonzentrator lediglich auf die Stromzufuhr angewiesen und kann somit gut bei immobilen Betroffenen ohne weitere Maßnahmen eingesetzt werden. Braucht jemand einen größeren Aktionsradius, so ist das Flüssigsauerstoffsystem gut einsetzbar. Bei diesem ist zusätzlich zu einem größeren Behälter für die häusliche Versorgung ein kleinerer Behälter für den mobilen Einsatz verfügbar.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.03.2017
  • Autor/in: Frau Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charit - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Almut Pforte: COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Komplikationen, Blackwell Wissenschaft, 2002
  • Allan V. Prochazka: New Developments in Smoking Cessation, Chest 2000
  • Gesundheitsbericht für Deutschland, 1998
  • www.copd-aktuell.de
  • BDA-Manual COPD
  • Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), Pneumologie 2012
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