Therapie bei COPD: Anticholinergika

Die Therapie der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) mit Medikamenten ist mit Anticholinergika möglich. Dabei handelt es sich um Medikamente, die für die Entspannung der Bronchien sorgen.

Der Spannungszustand der Bronchialmuskulatur wird durch einen bestimmten Nerven, den Nervus vagus, gesteuert. Dieser wirkt durch sogenannte cholinerge Nervenfasern auf die Bronchialwand. Hemmt man den Botenstoff Acetylcholin, der das Zusammenziehen der Muskeln vermittelt, durch Anticholinergika, so kommt es zu einer Entspannung der Bronchien. Dies genau ist bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) erwünscht, damit die Atemnot möglichst schnell wieder aufgehoben werden kann. Außer gelegentlicher Mundtrockenheit wird praktisch keine relevante Nebenwirkung beobachtet. Die Anticholinergika entspannen die Bronchien in etwa ähnlich stark wie die Beta-2-Sympathomimetika.
Zur COPD-Therapie werden als Substanzen das Ipratropiumbromid, das Oxitropiumbromid und seit Kürzerem auch das Tiotropiumbromid eingesetzt:
  • Ipratropiumbromid muss mehrmals täglich angewendet werden, da nach drei bis vier Stunden schon die Hälfte des Stoffes ausgeschieden ist (biologische Halbwertszeit). Nebenwirkungen sind bei diesem Medikament äußerst selten: Hustenreiz, ein bitterer Geschmack, Störungen bei der Naheinstellung des Auges, Mundtrockenheit, Harnverhalt und Bewegungsstörungen innerhalb des Magen-Darm-Traktes. Das Medikament kann entweder als Dosieraerosol, als Pulverinhalator oder als wässrige Lösung angewendet werden.
  • Die Halbwertszeit von Oxitropiumbromid liegt bei etwa neun Stunden. Deshalb sollte auch dieses Medikament mehrfach täglich angewendet werden.
  • Eine wesentlich längere Halbwertszeit hat das neuere Tiotropiumbromid. Die Halbwertszeit bei diesem Medikament liegt bei 15 Stunden, somit muss es nur einmal täglich angewendet werden. Auch kann durch die lang anhaltende Wirkung obstruktiven Symptomen besser vorgebeugt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.03.2017
  • Autor/in: Frau Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charit - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Almut Pforte: COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Komplikationen, Blackwell Wissenschaft, 2002
  • Allan V. Prochazka: New Developments in Smoking Cessation, Chest 2000
  • Gesundheitsbericht für Deutschland, 1998
  • www.copd-aktuell.de
  • BDA-Manual COPD
  • Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), Pneumologie 2012
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