Therapie der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Im Falle einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) – häufig eine Kombination aus chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem – gibt es eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten mit und ohne Medikamente. Die Wahl der geeigneten Behandlung hängt vom Grad der Erkrankung ab und ob akute Beschwerden bekämpft oder langfristige Erfolge erzielt werden sollen.

Frau bekommt Sauerstoff © Thinkstock
Alle COPD-Patienten, die bislang Raucher waren, sollten nach der Diagnose der Erkrankung unbedingt damit aufhören. Diese scheinbar banale Maßnahme stellt einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Verbesserung des Gesundheitszustands dar. Dabei sollte auch Passivrauchen vermieden werden. Da das Rauchen zudem der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung einer COPD ist, spielt der Verzicht auf Zigaretten auch zur Vorbeugung eine wichtige Rolle.

Medikamente erweitern die Bronchien

Medikamente können die Lebensqualität von Betroffenen verbessern. Sie werden meist zur Inhalation verabreicht. Beta-2-Sympathomimetika führen zu einer Verminderung der Atemnot und einer verbesserten Leistungsfähigkeit. Das Medikament bewirkt das Erschlaffen der Bronchialmuskulatur und erweitert die Bronchien. Zudem lindert es die Entzündung. Eine ähnlich entspannende Wirkung auf die Bronchien haben Anticholinergika. Diese Medikamente sind besonders zur schnellen Linderung von akuter Atemnot geeignet.

Theophyllin bewirkt ebenfalls über das Erschlaffen der Muskulatur eine Erweiterung der Bronchien und erhöht zudem die Atemkraft des Patienten. Allerdings können bei der Therapie Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Unruhe und Schlaflosigkeit sowie Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auftreten.

Kortison zur Inhalation ist als Wirkstoff erst in der jüngeren Vergangenheit systematisch untersucht worden und hat sich dabei gerade bei Betroffenen im fortgesetzten Krankheitsstadium als hilfreich erwiesen. Mit dem Einsatz von Kortison soll eine Verschlechterung des Gesundheitszustands verhindert werden. Wegen unerwünschter Wirkungen sollte der Arzt während der Therapie regelmäßig prüfen, ob eine weitere Verabreichung notwendig ist.

Therapie der COPD: nichtmedikamentöse Therapien

Eine weitere wichtige Maßnahme zur Verbesserung des Gesundheitszustands bei einer COPD stellen unterschiedliche Formen von nichtmedikamentösen Therapien dar. Eine Therapie mit Sauerstoff ist besonders für Patienten mit fortgeschrittener COPD geeignet. Sie lindert nicht nur die Atemnot, sondern verbessert auch die Herz-Lungen-Funktion. Sauerstofftherapien sind sowohl für Verbesserungen in Akutsituationen als auch für Langzeitanwendungen möglich. Bei einer anderen Therapieform, der Atemtherapie, arbeiten COPD-Patienten aktiv an ihrer Atemtechnik und trainieren dabei ihre Atemmuskulatur. Langfristig wird damit das Atmen und Husten erleichtert. Es gibt unterschiedliche Übungen mit und ohne Hilfsmittel, mit denen Sie auch zu Hause üben können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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