Plötzliche Verschlechterung der COPD: die akute Exazerbation

Bei Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (oft eine Kombination der beiden Krankheitsbilder chronische obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem) – kurz COPD – kann sich die Atmung akut verschlechtern, was Mediziner als Exazerbation bezeichnen.

Man spricht nur dann von einer Exazerbation, wenn für die Verschlechterung kein anderer, objektivierbarer Grund wie eine Lungenentzündung oder eine akute Herzschwäche vorliegt.

Offenbar nimmt mit zunehmendem Schweregrad der COPD auch die Häufigkeit der Exazerbationen zu. Durch eine Exazerbation kommt es häufig zu einem unwiederbringlichen Verlust an Lungenfunktion. Zudem beobachtet man, dass es in den Wintermonaten häufiger zu Exazerbationen kommt.

Leitsymptome der akuten Exazerbation: Atemnot und starker Husten

Die Verschlechterung der COPD kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Typische Anzeichen sind vor allem zunehmende Atemnot und stärker werdender Husten. Die Menge des Auswurfs steigt. Der Schleim wird zäher und ändert seine Farbe hin zu grünlich-gelb. Zusätzlich können allgemeine Symptome wie Fieber und Abgeschlagenheit hinzukommen.

Drei Stufen der Exazerbation

Die Schwere der Exazerbation wird laut der Patientenleitlinie COPD in drei Stufen eingeteilt:

Bei leichtgradiger Verschlechterung leidet der Patient unter einer leicht zunehmenden Beeinträchtigung. Die Funktion der Lunge ist nicht zwangsläufig gemindert. Bei der Messung der Lungenfunktion sinken die FEV1-Werte um maximal 20 Prozent. Die leichtgradige Exazerbation wird ambulant behandelt.

Eine mittelgradige Verschlechterung äußert sich durch zunehmende Atemnot und stärker werdenden Husten. Die Lungenfunktion ist deutlich eingeschränkt (FEV1-Werte sinken um bis zu 50 Prozent ab). Die Behandlung einer mittelgradigen Verschlechterung kann ebenfalls ambulant erfolgen.

Bei einer schwergradigen Exazerbation treten eine ganze Reihe auffälliger Symptome auf. Typische Anzeichen sind beispielsweise Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Betroffene, die unter einer schwergradigen Verschlechterung der COPD leiden, weisen häufig eine bläulich-rote Verfärbung der Haut auf, die durch den niedrigen Sauerstoffgehalt des Blutes hervorgerufen wird. Man spricht von einer sogenannten Zyanose. Die schwergradige Exazerbation wirkt sich auch auf den Kreislauf aus: Die Pulsfrequenz steigt und es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen. Die Lungenfunktion ist stark eingeschränkt (FEV1-Werte sinken um mehr als 50 Prozent ab). Bei diesem schweren Verlauf muss der Patient stationär behandelt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.03.2017
  • Autor/in: Frau Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charit - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Almut Pforte: COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Komplikationen, Blackwell Wissenschaft, 2002
  • Allan V. Prochazka: New Developments in Smoking Cessation, Chest 2000
  • Gesundheitsbericht für Deutschland, 1998
  • www.copd-aktuell.de
  • BDA-Manual COPD
  • Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), Pneumologie 2012
  • Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien; PatientenLeitlinie Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung COPD, Version 1.3
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