Colitis ulcerosa – Ursachen und Risikofaktoren

Was die Colitis ulcerosa letztlich verursacht, ist bis heute nicht bekannt. Mediziner vermuten, dass es sich um eine gestörte Immunantwort gegenüber bakteriellen Antigenen handelt. Dabei wird die Verteidigungsbarriere der Darmschleimhaut gestört, sodass Keime einwandern können. Diese Veränderungen beruhen auf einer genetischen Abweichung. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Gene an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind.

Keine Frage der Ernährung

In manchen Ratgebern heißt es, Colitis ulcerosa entstehe durch Ernährungseinflüsse. Diese Annahme ist wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen. Es gibt einzig Hinweise, dass eine an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasste Ernährung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann.

Psychische Probleme spielen keine Rolle

Auch die früher diskutierten psychischen Ursachen für die Erkrankung werden heute ausgeschlossen. Allerdings haben die psychische Befindlichkeit und Stressbewältigung des Patienten unbestritten indirekt – über das durch Stress geschwächte Immunsystem – Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Heute konzentriert man sich darauf, die häufig mit der Erkrankung einhergehenden Ängste oder Depressionen mit psychologisch-psychotherapeutischen Verfahren in den Griff zu bekommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2016
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Interview mit Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München
  • Interview mit Dr. Carsten Büning, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • AWMF-Leitlinien, Colitis ulcerosa, Stand 2011
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
  • Franke, Andre et al. (2010): Genome-wide association study for ulcerative colitis identifies risk loci at 7q22 and 22q13 (IL17REL) (doi:10.1038/ng.553)
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